Man reibt sich die Augen über den Bundesrat und seine Personalpolitik.
Fähige Leute werden geschaßt, solche, die sogar in der breiten Öffentlichkeit und den Medien als unfähig eingestuft werden, werden auf neue Ämterposten gehoben:

Hans Hollenstein (CVP), der wegen der ihm vorgeworfenen Inkompetenz (siehe Verweis unten) abgewählt wurde wird nun plötzlich Präsident einer Kommunikationbehörde, der PostCom.
Nach der Pornoaffäre und der harschen Kritik der Linken die schmähvolle Abwahl folgte dann die öffentliche Bekundung, man wolle Bücher schreiben.
Nun doch kein Bücher-schreiben, sondern ein neuer, vom Schweizer Steuerzahler vergüteter Job.
In der heutigen Medienmitteilung des Bundesrats heißt es: „Die Aufgaben der PostCom bestehen darin, die Einhaltung der Marktordnung zu überwachen und dafür zu sorgen, daß die Qualität der Grundversorgung mit Postdiensten den gesetzlichen Vorgaben entspricht.“
Wenn sich Hans Hollenstein bei der PostCom als genauso fähig anstellt, wie in seinen früheren Ämtern, dann kann man den betroffenen Schweizer Postkunden nur viel Glück wünschen!

Der Bundesrat jedenfalls findet diebisherigen Leistungen des CVP-Politikers (siehe Verweis oben) offenbar völlig in Ordnung und lobt diese sogar überschwenglich.
Er schreibt: „So bringt er als ehemaliger Regierungsrat des Kantons Zürich große Führungserfahrung mit.“
Dies dürften breite Kreise insbesondere der Linken wohl deutlich anders sehen.
Die heutige Schockmeldung im Wortlaut:
Bundesrat bestimmt Hans Hollenstein zum Präsidenten der PostCom

An der Sitzung vom 31. August 2011 hat der Bundesrat den früheren Zürcher Regierungsrat Dr. Hans Hollenstein zum Präsidenten der neuen Regulationsbehörde im Postmarkt (PostCom) designiert. Die Nomination der übrigen PostCom-Mitglieder erfolgt im Frühling 2012.
Die PostCom wird mit dem neuen Postgesetz eingesetzt. Der Bundesrat bestimmt ihre fünf bis sieben Mitglieder sowie ihren Präsidenten. Die Aufgaben der PostCom bestehen darin, die Einhaltung der Marktordnung zu überwachen und dafür zu sorgen, daß die Qualität der Grundversorgung mit Postdiensten den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Zudem ist diese Kommission die Schlichtungsbehörde im Verfahren bei der Schließung oder Verlegung einer Poststelle bzw. einer Postagentur. Weiter entscheidet sie bei Streitigkeiten zwischen den Anbieterinnen von Postdiensten über den Zugang zu Postfachanlagen und den Austausch von Adressdaten. Die PostCom ersetzt die bisherige Postregulationsbehörde (PostReg).
Der Bundesrat hat gestern den früheren Zürcher Regierungsrat Dr. Hans Hollenstein als Präsidenten nominiert. Er hat ihm zudem ein Mandat für die Vorbereitungsarbeiten zum Aufbau der PostCom für die Zeit bis zur Inkraftsetzung des neuen Postgesetzes voraussichtlich im Laufe des Jahres 2012 erteilt. Die definitive Wahl der Behördenmitglieder erfolgt im Frühling 2012.
Der Bundesrat erachtet Hans Hollenstein aufgrund seiner Ausbildung und seiner bisherigen Tätigkeit als ideale Besetzung für das Amt des PostCom-Präsidenten. So bringt er als ehemaliger Regierungsrat des Kantons Zürich große Führungserfahrung mit. Zudem ist er befähigt, verschiedene Interessen auszugleichen, was namentlich im Postmarkt von besonderer Bedeutung ist.
Bei PostCom können wir ihn leider nicht mehr abwählen…