Heute gab es in der Südostschweiz einige interessante Zitate zum Thema Euro und Schweizer Franken-Kurs. In einem Gespräch mit Stefan Meierhans, dem Eidg. Preisüberwacher, äußert dieser:
„Es ist evident, daß der Vertrauensverlus8tsund die Schuldenwirtschaft vieler Länder dazu geführt haben, daß wir jetzt sowohl in einer Börsen- als auch in einer Währungskrise gelandet sind. Wir bestraft dafür, daß wir Musterschüler sind.“

Auf die Frage nach den Deviseninterventionen der SNB (Schweizerische Nationalbank) äußert Stefan Meierhans kritisch:
„Die Nationalbank ist unabhängig und ich respektiere ihre Unabhängigkeit. Allerdings hat diese Frankenkrise ja auch eine andere Seite. Wir sind reicher geworden. Wer heute im Euroraum ein Haus kauft, erhält verglichen mit letztem Jahr 33 % Rabatt!“
Zu den Bürgerbeschwerden befragt, die wegen nicht-weitergebener Preisdifferenzen beim Preisüberwacher eingingen, berichtet dieser, daß über 1.400 Beschwerden eingegangen sind.
Auch der Sonntagskommentar von Andrea Masüger ist lesenswert. Er äußert:
„Alle wissen, daß das Grundproblem dieser Krise vor allem auf die Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit zurückzuführen ist, mit welchem die politische Führungselite Europas und Amerikas in den letzten Jahrzehnten ihre Haushalte bewirtschaftet haben.
In dieser Situation läuft die Schweiz Gefahr, vor lauter Aktionismus ins gleiche Fahrwasser zu geraten. Der Publizist und Ökonom Beat Kappeler schreibt: Manche Vorschläge zielen darauf, die Schweiz endlich auch so unsolide zu machen, wie der Rest des Westens ist.

Das ist der Kernpunkt in der Frage, wie die Krise anzugehen ist. Und einmal mehr verschießen dazu die Schweizer Parteien nur alte Munition aus alten Schützengräben.
Wieder einmal sei es gesagt: Die Schweiz verdankt ihre finanzielle Solidität, ihren Wohlstand und ihren sozialen Ausgleich (man schaue in diesen Tagen nach London!) einer seriösen, pingeligen und auch ein bißchen kleinbürgerlichen Finanzpolitik.
Calvinismus in Finanzfragen aber ist ein bewährtes Rezept, Ausgaben- und Schuldenexplosionen zu vermeiden.
Finanzpolitische Strohfeuer zur Bekämpfung der Frankenstärke destabilisieren diese Ziele und führen zu geführlichen Spätfolgen. Wenn der Bundesrat (und die Nationalbank) der Versuchung widerstehen, Maßnahmen aus dem Giftschrank der EU-Krisentruppe zu kopieren, wird die Schweiz zwar eine zeitlang leiden, danach aber wieder schneller gesunden.
(AMasueger@Suedostschweiz.ch)