In der Schweiz ist vieles kleiner.

Eine Tasse Kaffee ist winzig im Vergleich zu dem, was man in Hamburg oder in Stuttgart bekommt, wenn man einen Kaffee im Restaurant oder Kaffee zum Mitnehmen am Bahnhof bestellt.

Für 1 Dezi Wein würde eine deutsche oder österreichische Bedienung sich nicht mal die Mühe machen, um an den Tisch zu kommen. In Deutschland ist die kleinste in der Gastronomie bestellbare Menge Wein das Viertele (also 2,5 Deziliter Wein).

Einschränkungen im Bahnverkehr (Foto: Polizeibericht.ch): Bei der Benutzung von Toiletten in "intercity"-Zügen der SBB sind die "Einschränkungen" alltäglich
Einschränkungen im Bahnverkehr (Foto: Polizeibericht.ch): Bei der Benutzung von Toiletten in "intercity"-Zügen der SBB sind die "Einschränkungen" alltäglich

Und auch manche Bundesländer in Deutschland sind fast so groß wie die ganze Schweiz.

Die Schweiz ist graziler, feiner. Anders als der große Kanton oder andere große Länder in Europa.

Sie ist kulturell und sprachlich vielfältiger (auch, wenn manche Politiker oder auch Polizei-Medienstellen dagegen ankämpfen).

Und das ist schön.

Nun erfahren wir von Frau Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr bei den SBB:

Bis zum nächsten Herbst wollen die SBB die Zugtoiletten in den Stadt-zu-Stadt-Zügen (sog. „intercity“-Züge) optisch aufwerten.

Eine ganz große Bitte an die SBB: Bitte auch die WC-Schüsseln vergrößern auf das Maß, welches alle anderen Züge in der Schweiz (außer den Stadt-zu-Stadt-Schnellzügen) auch haben.

Die WCs sind in den „intercity“-Zügen derart klein, daß man sich als Mann aussuchen kann, auf man sein Geschäft auf den Rand macht oder sein Ding raushängen läßt. Beides ist gleichermaßen un-appetitlich.

Und ich kann mir nicht vorstellen, daß die Schweizer – auch, wenn vieles in der Schweiz kleiner ist – anatomisch so gebaut sind, daß sie diese Inter-Stadt-Zug-Toiletten ohne die obgenannten Probleme nutzen können.

Und nebenbeibemerkt: Kämen solche Toiletten wie diese Zugtoiletten der SBB bei irgendeinem Gefangenentransport, im Asylwesen oder bei ähnlich-gelagerten Vorgängen zur Anwendung, dann würde sofort die UNO, die Schweizer Flüchtlingshilfe, „amnesty international“ usw. usf. auf den Plan treten.

Weil dies gegen die Anti-Folter-Konvention, die Menschenrechte, die Menschenwürde usw. usf. verstoßen würde. Und zwar in diesem Falle würden diese Organisationen einmal völlig zurecht aktiv werden:

Das einzige Problem: Zugfahrer sind weder Verbrecher noch Flüchtlinge, daher gibt es auch keine Organisationen, die sich selbstlos für ihre Menschenrechte einsetzen.

Im Gegenteil. Fulvio Pelli (FDP-Chef) forderte jüngst, daß ein GA 10.000 Schweizer Franken kosten muß (also das GA im Abo mal kurz schlappe 11.000 Franken).

Möchte einmal wissen, ob dieser Herr je in seinem Leben einen Zug benutzt hat anstatt einem Privatschofför.