Wer bisher geglaubt hat, es könne für die Schweizerische Nationalbank wirklich nicht mehr schlimmer kommen, täuscht sich gewaltig.
In einem kürzlich veröffentlichen Beitrag hatte ich auf Schweiz-Blog.ch auf die sehr wahrscheinliche Möglichkeit der Ausbildung einer SKS-Formation im Chart des CHF zum EUR hingewiesen.
Die Einschätzung hat sich leider bewahrheitet.

Der Wechselkurs des Euro zum Schweizer Franken hat inzwischen im Chartbild eine vollendete SKS-Formation (Schulter-Kopf-Schulter-Formation) ausgebildet.
Der kurzfristige Anstieg des Euro ist damit definitiv beerdigt. Die SKS-Formation ist die bekannteste Wende-Formation in der Charttechnik.
Hinzu kommt:
Der Eurokurs ist an sämtlichen Widerständen im Bereich zwischen 1,28 bis 1,32 SFr. gescheitert. Alle getestet, keinen einzigen Widerstand genommen. Mit der Vollendung der SKS-Formation, die nun hinzukommt, ist der Weg nach unten sperrangelweit offen. Man wird sehen.
Die Eintretenswahrscheinlichkeit eines weiteres Wegbruchs des Schweizer Franken-Kurses gegenüber dem Euro liegt gemäß sämtlichen Lehrbüchern der Charttechnik bei mindestens 80 Prozent.
Die aktuelle Weltwoche nimmt sich abermals des Themas an. (s. u.) Das Thema dürfte noch aktueller werden und vor allen Dingen dramatischer, sodaß auch die Pro-EU-Presse (Tamedia usw.) das Thema nicht mehr unter dem Teppich halten können wird. Denn bis jetzt sind die Verluste „nur“ so hoch wie die Kosten der gesamten NEAT.
Daß die Nationalbank-Verluste, welche durch die Eurokäufe der SNB enstanden „so gering“ bleiben werden, ist aktuell alles andere als wahrscheinlich.
Obwohl – wie sagte einmal ein Professor, als wir uns über Charttechnik bzw. eine charttechnische Formation unterhielten: „Zur Wahrscheinlichkeitsrechnung gehört auch, daß das Unwahrscheinliche einmal eintritt.“
Philipp Hildebrand darf also hoffen.
Allerdings: Hier sprechen nicht nur die nackten und trockenen charttechnischen Fakten für sich; hinzu kommt bei der Eurokrise, daß auch die fundamentalen Daten nicht nur deutlich, sondern mehr als eindeutig sind, namentlich unter anderem die exzessive Verschuldung der EU-Länder. Nach sämtlichen etablierten Berechnungsmethoden sind die EU-Schulden nicht mehr bezahlbar.
Unabhängig davon dürfte es eine Frage der Zeit sein, bis der galante SNB-Chef und ehemalige EU-Politologe (WOZ) ausgetauscht werden wird. Dies ist auch dringend geboten.

Die Weltwoche schreibt (kursiv):
Die gigantischen Verluste und Fehler der Schweizerischen Nationalbank (SNB) werfen Fragen nach der Aufsicht auf. Druck machen müßte vor allem der Bankrat. Geschehen ist nichts. Das Aufsichtsgremium blieb untätig. Der Unmut gegen die SNB-Führung wächst.
Progonose Euro- / Schweizer Franken-Entwicklung
Meine Prognose für die CHF-EUR-Entwicklung: Der Euro wird im Unterstützungsbereich von 1,24 bis 1,26 SFr / Euro noch eine Weile rummachen, dann folgt der Durchbchbruch durch die letzte Unterstützungszone und alle Schleusen sind offen.
Massiver Wegbruch des Eurokurses. Die EU-Länder haben ohnedies soviele Schulden, daß sie gar nicht mehr bezahlt werden können; hierzu gibt es zahlreiche seriöse Untersuchungen. Ohne Geldentwertung, also Euroentwertung geht es daher gar nicht.
Und die Schweizer Steuerzahler sind mit dem größten Batzen mittendrin und beim Euro dabei. Obwohl sie verantwortungsvollerweise abgestimmt haben, sie wollten nicht beim riskanten Euro-Experiment mitmachen. Komisch, wie es die Kosmopoliten und EU-Fetischisten immer wieder schaffen, den Volkswillen mit Füßen zu treten.
Das dürften spannnende Schlagzeilen zur Schweizerischen Nationalbank und zur umstrittenen Person Philipp Hildebrand werden.
Und als ob all dies noch nicht reichen würde, zahlt die Schweiz auf tausend anderen Kanälen trotzdem weitere Milliarden an die bankrotten und unverantwortlich wirtschaftenden Euro-Länder. Zum Beispiel via IWF.
Was kann man tun?
1. Wer spekulativ veranlagt ist und keine Hemmungen hat, am möglichen Tod des Euro zu verdienen, kann das gleiche tun, was die Hochfinanz macht:
Devisenoptionen auf den sinkenden Euro kaufen, so wie es irrsinngerweise die beiden Großbanken Credit Suisse und UBS, die erst kürzlich mit Staatsgeldern gerettet wurden, im ganz großen Stil tun (der ehemalige Preisüberwacher Strahm kritisierte dies zurecht) und damit natürlich den Druck auf den Euro massiv erhöhen, während die SNB sinnlose Deviseninterventionen unternommen hat.
2. Politiker unterstützen, die sich dafür einsetzen, daß der Volkswille respektiert wird und daß Schweizer Interessen wenigstens wieder ansatzweise geachtet werden.
[…] Ganzer Blogbeitrag […]
[…] Vorausgegangene Artikel zum Thema der haarsträubenden – gegen den Volkswillen gerichteten (die Teilnahme am Euro wurde abgelehnt, jetzt ist die Schweiz mittendrin im Euro-Experiment) – Eurostützungskäufe von SNB-Direktor Philipp Hildebrand finden Sie hier. […]
Sehr interesanter Artikel- ein Tipfehler: nicht Optionen auf den sinkenden Schweizerfranken kaufen, sondern auf den sinkenden Euro.
Vor bereits 15 Jahren hatte ich die SNB in einem ganzseitigen Artikel in der Finanz und Wirtschaft vor dem grossen Klumpenrisiken ihrer Auslandinvestitionen gewarnt. Dies kostete mich meine damalige Stelle als Strategieanalyst bei der UBS. Drei Monate später schrieb Phillpp Hildebrand ebenfalls einen ganzsseitigen Artikel in der FuW. Er schrieb, die SNB solle in USD und DM investieren. Da erhalte die SNB 3.5% bzw. 5.5% Zins und müsse selber nur 0.5% bezahlen. Mit solchen hochspekulativen Currency Carry Trades wollte er den Geiwnn der SBN maximieren.
Nun hat er umgesetzt, was er wollte. Er dachte, der Support bei 1.45 halte. Das hat er nicht. Ich bin zwar nicht so ein Fan von Charttechnik, sondern eher von Fundamentalanalyse. Aber auch da sieht es rabenschwarz aus. Ich sehe keine Hoffnung für den Euro. Der Dollar ist auch von 4.3 bei Freigabe der Wechselkurse auf 0.9 gefallen. Die SNB hat dabei über 100 Milliarden Franken verloren. Dem Euro wird es ähnlich, wenn nicht sogar schlimmer ergehen.
Die SNB hat die Dollarverluste immer als „Buchverluste“ bagatellisiert. Bei Einführung des Euro hat sie einen grossen Teil der Dollars in Euro gewechselt und kein Hahn hat danach geschrien, dass die bagatellisierten Buchverluste nun realisiert worden waren. Kein Pressebericht – nichts.
Ich bin Mitglied des Initiativkomitees „unsere Nationalbank gehört uns allen!“. http://www.unserenationalbank.ch Ich werde in den nächsten Tagen noch einige Wortmeldungen diesbezüglich in der Presse platzieren.
Besten Dank für Ihren Beitrag
Masc Meyer
Danke für den wertvollen Hinweis auf den ärgerlichen Tippfehler. Hab mir erlaubt, in Ihrem Beitrag auch kurz einen zu eliminieren (geschrien statt geschreit).
Was sagen Sie eigentlich dazu, daß nicht einmal die SNB zu wissen scheint, wo das Schweizer Nationalbankgold in den USA liegen soll?
http://www.blick.ch/news/schweiz/svp-nationalbank-gold-aus-usa-abziehen-112713
http://www.facebook.com/group.php?gid=53339092207
https://schweizblog.ch/?tag=nationalbankgold-schweiz
[…] zu den exorbitanten Euro-Spekulationen des umstrittenen SNB-Chefs Philipp Hildebrand, eines ehemaligen EU-Politologen und […]
Wie sieht die Entwicklung Euro / CHF aus charttechnischer Sicht aus? (23. Nov. 11) Würde mich sehr interessieren.
freundliche Grüsse
Marc Meyer
[…] Zusammenhängender alter Schweiz-Blog-Beitrag […]