Die Verbrennungsprozesse in Kehrichtverbrennungsanlagen sind heute in der Schweiz auf höchstem Stand. Die Rückstände, die dabei übrig bleiben, enthalten jedoch wertvolle Rohstoffe.

So können etwa Metalle zurück gewonnen werden. Eine neue Publikation des Bundesamts für Umwelt BAFU zeigt die Geschichte der Abfallwirtschaft und die neuen Herausforderungen.

Die Verbrennungsprozesse in den Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) sind heute auf höchstem Stand.

Nun richtet sich der Fokus auf die Rückstände, die nach der Verbrennung in den KVA übrig bleiben.

Schweizer Kehrricht: Wertvoller Rohstoff-Lieferant

Die wertvollen Rohstoffe, die zurück bleiben, wie bsp. Metalle, können mit verschiedenen Methoden zurück gewonnen und verwertet  werden.

Die Schweiz ist auf dem Gebiet der Rückgewinnung von Rohstoffen aus den Verbrennungsrückständen führend.

Das Bundesamt für Umwelt BAFU, Forschende und die Privatwirtschaft haben in diesem Bereich viele Forschungsprojekte lanciert und durchgeführt. Dieses Wissen ist zusammen gestellt in der neuen BAFU-Publikation „KVA-Rückstände in der Schweiz – Der Rohstoff mit Mehrwert“, die am 24. Juni 2010 anlässlich einer Tagung in Bern veröffentlicht wird.

Die Entwicklung der Abfallverbrennung

Die neue Publikation zeigt nicht nur die neuen Herausforderungen, sondern auch die Geschichte der Abfallwirtschaft in der Schweiz. Während sehr langer Zeit wurden Abfälle auf Deponien abgelagert, wo sie über Jahrhunderte die Sickerwässer mit schwer abbaubaren Substanzen belasten konnten. Erst das in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts publizierte Leitbild für die schweizerische Abfallwirtschaft legte fest, dass die Ablagerung auf Deponien gestoppt werden musste. Die Technische Verordnung über Abfälle (TVA) von 1990 brachte erstmals verbindliche Kriterien für die Zulassung von Abfällen zur Ablagerung. Damit wurde die Zielsetzung umgesetzt, wonach die abgelagerten Abfälle keine unzulässigen Emissionen verursachen sollten.

Eine Änderung der TVA brachte 1996 das Gebot der Verbrennung der nicht verwertbaren brennbaren Abfälle und damit das Ende der Ablagerung unbehandelter Siedlungsabfälle ab dem 1.1.2000. Heute werden diese Abfälle in der Schweiz in 30 Kehrichtverbrennungsanlagen thermisch behandelt. Modernste Technologien sorgen für einen minimalen Ausstoss an Schadstoffen und ermöglichen eine effiziente Behandlung der brennbaren Abfälle. Dabei fallen jährlich 800’000 Tonnen Schlacke  und 80’000 Tonnen Filterasche an, die umweltverträglich entsorgt werden müssen. Die Rückgewinnung der wertvollen Rohstoffe aus diesen Verbrennungsrückständen ist eine der neuen Herausforderungen an die Abfallwirtschaft.