In der Tamedia-Zeitung „Tages-Anzeiger“ erschien ein Artikel darüber, daß der Ausbau des EWZ-Glasfasernetzes in Zürich zu einem „Milliardengrab“ werden würde.
Die Stadt Zürich will vom Volk nochmals über eine Milliarde Franken, um zusammen mit der Swisscom ein Glasfasernetz zu bauen. Experten bezweifeln, dass die Rechnung aufgeht, heißt es in der Einleitung.

Der Tagi-Bericht enthüllt aber auch, um was es wirklich geht. Um über eine Milliarde. Experten wie Rudolf Widmer wiesen auf diese Tatsache, welche in den Abstimmungsunterlagen verheimlicht wird, schon früh hin.
Angela Barandun vom Tagesanzeiger schreibt (kursiv): Bei der Abstimmung, die im Herbst geplant ist, geht es aber um mehr als 400 Millionen. Zum einen, was die Höhe des finanziellen Risikos betrifft: Neben den reinen Investitionen rechnet das EWZ mit Betriebskosten von über 600 Millionen innert 30 Jahren. Insgesamt geht es also um über eine Milliarde Franken.
Komisch nur: Warum steht das nicht in den Abstimmungsunterlagen?
Nun ist der Prüfbericht aufgetaucht, aus welchem diese Kosten-Enthüllungen standen. Rudolf Widmer von Routerless hat den Bericht von WIK-Beratungen (Denglisch: „WIK-Consult) auf seiner Infoseite zur EWZ-Glasfaser-Abstimmung vom 23.9. aufgeschaltet.
Haarsträubend hierin nicht nur die Kosten-Enthüllung, sondern auch weitere Fakten.
Beim Durchlesen erfährt man noch viel mehr. Nämlich, daß der Geschäftsplan (30jährig ausgelegt, vor 3o Jahren gabs noch nicht mal Internet, wer weiß, was in 30 Jahren ist) von 89 Fr. ausgeht.

Es heißt wörtlich: Für den von EWZ angenommenen realistischen Fall des „business case“ müßte EWZ demnach das „layer 2 wholesale“-Produkt zu einem Preis von (mindestens) 89 CHF pro Monat verkaufen können.
EWZ kalkuliert also mit 89 Franken pro Anschluß.
Pro Haushalt. 9% sollen Kunden für das EWZ-Glasfasernetz werden.
Hallo?! Bei dem heutigen Konkurrenzkampf sollen die 89 Franken durchsetzen pro Monat? Auf dreißig Jahre?
Wer da ja stimmt, kann ja gleich auf eine finanzielle Titanic steigen.
Die „Cablecom“, welche sich aktiv wehrt gegen das Projekt, daß im Zeitalter der Privatisierung durch FDP-Stadtrat Andres Türler (ausgerechnet die FDP für mehr Staat) lancierte Projekt auf Steuerzahlerkosten zwei Staatskonzerne (Swisscom 40 % und EWZ 60%, wobei das Risiko für die zürcher EWZ ungleich höher ist), wird mit Kampfpreisen auf den Markt treten.
Doch allein aus Empörung darüber, daß der Staat unnötigerweise im Markt mitmischt und private Konzerne konkurrenziert.
Und noch besser: Würden die EWZ in Zürich wie in St. Gallen, Bern, in Genf oder in Basel auch kleinen bzw. winzigen Konkurrenten Marktzugang gewähren, dann würden sie viel mehr Glasfaseranschlüsse verkaufen können.
Denn Anbieter wie Routerless nutzen einen Anschluß pro Haus für 89 Franken und splitten den dann auf.(wenn sie das dürften, was Türler verbietet)
Weil kaum eine Einzelperson bzw. ein Einzelhaushalt (in Zürich gibt es massenhaft Singel-Haushalte) eine einzige superschnelle Glasfaserleitung bis an die Haustüre für sich alleine brauchen wird.
Einen Autobahnanschluß baut man ja auch nicht bis vor die Haustüre von jedem Haus. Soviel zum EWZ-Vergleich von Türler mit der Autobahn und dem Glasfasernetz.
[…] exorbitante Summen an Steuergeldern verbrennen und damit zu ganz ganz großer Wahrscheinlichkeit sogar noch kommende Generationen die Schulden für diese sinnlose Verschwendung zahlen müssen, daß Glasfaserleitungen zu jedem einzelnen Haushalt gelegt werden, geht die Swißkom in […]
[…] exorbitante Summen an Steuergeldern verbrennen und damit zu ganz ganz großer Wahrscheinlichkeit sogar noch kommende Generationen die Schulden für diese sinnlose Verschwendung zahlen müssen, daß Glasfaserleitungen zu jedem einzelnen Haushalt gelegt werden, geht die Swißkom in […]