
Daß die obrigkeitsstaatlich und gegen den erklärten Willen der Mehrheit der Bevölkerung undemokratisch erzwungenen Rechtschreibreform politisch motviert war, ist heute hinlänglich bekannt.
Während Dankwart Guratzsch in der Welt darüber berichtet, daß die RSR, wie sie kurz heißt, bei Schülern doppelt so viele Rechtschreibfehler verursacht und die Schweiz nun ihre eigene Rechtschreibung hat (www.SOK.ch), geht Michael Klonovosky auf den politisch motivierten Aspekt der unsäglichen Reform in einem Beitrag ein. Was ist nicht verstehe, ist, warum solche Leute nicht den Schneid haben und die bewährte Rechtschreibung anwenden. (der Originalbeitrag ist in deformierter Schreibung) Sondern dem Obrigkeitsstaat gehorsamt huldigen.
Daß selbst – oder sollte man sagen ausgerechnet – Persönlichkeiten wie Michael Klonovsky den Quatsch unterwürfig mitmachen, ist auch wohl auch der einzige Grund, warum soetwas Unsinniges wie die Rechtschreibreform durchkommen konnte. Selbst seine eigene Webpräsenz führt er in Reformschreibung.
Doch zur politischen Komponente der Rechtschreibreform zurück. Klonovsky schreibt hierzu treffenderweise:

Die Rechtschreibreform sei „auf ganzer Linie gescheitert“, schlagzeilt die „Junge Freiheit“. Aber nein, sie ist wie keine zweite Reform gelungen!
Wer die Völker gleich Zuckerwürfeln zunächst im europäerlosen Europa und sodann in der multikulturellen Weltgesellschaft auflösen will, tut gut daran, ihnen neben dem Heimatgefühl vor allem die Behausung in ihrer Sprache zu nehmen – nicht auf einmal, vielmehr schrittweise: da eine Unsicherheit, dort eine Spur Entdifferenzierung, an anderer Stelle ein bißchen Müll…
Während heute kaum ein Schüler mehr weiß, wie er recht schreiben soll und die „progressiven“ unter den Pädagogen mit dem Vorschlag exzellieren, jeder möge eben die Buchstaben so setzen, wie ihm der Schnabel ge- oder verwachsen ist, während die exponiertesten Bratenriecher unter den Linguisten Fellachenidiome wie das sogenannte „Kiezdeutsch“ als Bereicherung, ja fortgesetzte Kultivierung der Sprache darstellen (nach wie vor harren wir der „Kiezmathematik“), nimmt zugleich die Fähigkeit des Nachwuchses, komplexe Texte zu verstehen, noch schneller ab…