Der Pizzabäcker in der Zürcher Bahnhofsunterführung hatte offenbar der UBS vertraut (Foto: Remo Maßat / Schlagwort AG)
Der Pizzabäcker in der Zürcher Bahnhofsunterführung hatte offenbar der UBS vertraut (Foto: Remo Maßat / Schlagwort AG)

Gerade lese ich in der Schweiz am Sonntag vom 15. September 2013 etwas zur Kommunikationsstrategie von der Globalisierungskonzern-Interessenvertretung EconomieSuisse (kursiv).

„Während die Drohungen bei der Abzocker-Initiative bloß ein „bluff“ waren, sei im Fall der 1:12-Initiative klar, daß diese zu Stellenverlusten führen würde.“

Bloß ein „Blöff“. Man gibt also offenbar zu, man hat öffentlich gelogen. Oder wie soll man das verstehen?

Der Volksmund sagt: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.

Ich persönlich hoffe allerdings, daß die folgenden Drohungen diesmal stimmen.

Der Pizzabäcker war nicht der einzige, der der UBS vertraute...
Der Pizzabäcker war nicht der einzige, der der UBS vertraute…

UBS und CS würden zwar noch ihren Sitz in der Schweiz behalten, aber jede zweite Stelle mit mindestens 700.000 Franken Jahreslohn würde ins Ausland verlagert. Dies könnte in Hinsicht auf alle Banken mehrere tausend Stellen betreffen.

Das wäre doch toll. Tausende Abzocker weniger.

Und weniger Gefahr für die Schweizer Wirtschaft.

Die FDP, die sonst immer lauthals für Marktfreiheit ruft, rief

"Das Gefühl einer hervorragenden Beratung": Nicht alle schienen überzeugt von den vollmundig-schwülstigen Abzocker-Werbesprüchen (Foto: eingeschlagene Scheibe der UBS in Zürich / Remo Maßat)
„Das Gefühl einer hervorragenden Beratung“: Nicht alle schienen überzeugt von den vollmundig-schwülstigen Abzocker-Werbesprüchen (Foto: eingeschlagene Scheibe der UBS in Zürich / Remo Maßat)

plötzlich bei UBS und CS nach dem Staat. Verluste trägt die Allgemeinheit also, Gewinne gehören dann wenigen Einzelnen.

Ich bin fest davon überzeugt, daß es nicht schadet, sondern dem Standort Schweiz maßgeblich nützt, wenn solche asozialen Leute bzw. Leute mit einer derart asozialen Einstellung (Gewinne in die Taschen füllen / Verluste der Allgemeinheit aufbürden) außer Landes gehen müsen, um weiter abzuzocken.

Dies zu sehen ist nicht nur psychologisch gut, sondern schützt den Standort vor den Machenschaften dieser modernen Geßlers. bzw. vor den fatalen Folgen dieser Machenschaften.

Auch werden die Gefahren für den Mittelstand geringer, daß er Verluste dieser Globalisierungs-Abzocker mittragen muß, weil der Bundesrat die Abzock-Unternehmen plötzlich für „systemrelevant“ einstuft.

Auf derartig „systemrelevante“ Unternehmen kann der Standort Schweiz – mit Verlaub – sehr gut verzichten. Und: Unternehmen wie die CS oder die UBS: Was ist an diesen überhaupt noch schweizerisch? Außer das Marketing? Schweizerische Tugenden sehe ich dort keine. Welche auch? Sie sind das Gegenteil von schweizerisch.

Insofern wäre diesen Firmen zu raten: Nicht nur die Arbeitsplätze der Abzocker ins Ausland, sondern am besten auch gleich den Firmensitz.

Dann fällt nicht wieder alles auf die Schweiz zurück, wenn das nächste mal kriminelle Aktivitäten – die ja gerade bei der UBS schon serienmäßig in Erscheinung treten – entfaltet werden.

Es gibt übrigens ein Unternehmer-Komitee zur 1:12-Initiative:  KMU-Komitee

Remo Maßat

Artikel zum Thema auf www.Anlauf-statt-Gleitkrem.ch

Artikel auf SchweizBlog zur Minder-Initiative: Daniel Vasella und das Geheimkonto

Bericht auf Polizei24.ch zum wahren Grund für das Geheimkonto (nachzulesen in keiner großen „Qualitäts“-Zeitung)

Foto: Remo Maßat / Schlagwort AG
Foto: Remo Maßat / Schlagwort AG