Daß in einem Land, aus dem soviele auswandern, etwas nicht stimmt, ist inzwischen auch dem gutgläubigsten Gutmenschen klar.
Daß es sich jedoch nicht einfach nur um eine neue Reiselust der Deutschen handelt, die in Heerscharen in die Schweiz einwandern (wie auch Personen aus anderen EU-Ländern), sondern daß eigentlich die meisten Menschen ungern ihr Heimatland verlassen und andere Gründe als bloße Reiselust die Auswanderung verursachen, das zeigt eindrücklich das Beispiel Kreuzlingen.
Der Seite Kreuzlingen24.ch ist zu entnehmen:
Im Kanton Thurgau sind 20 % der Bevölkerung deutsch. Dies ohne die eingebürgerten Deutschen der letzten Jahrzehnte, die bereits infolge eines eingereichten Einbürgerungsgesuchs einen Schweizer Paß haben.

Mit diesen wäre der Anteil weitaus größer.
Für Kreuzlingen als Grenzstadt gilt: Nur 49 Prozent der Bevölkerung sind noch Schweizer (wohlgemerkt inklusive der Eingebürgerten aus anderen Ländern, insbesondere dem Grenzland Deutschland).
24 Prozent sind Deutsche. D. h, fast jeder vierte, der einem auf der Straße begegnet, ist Deutsch. Nimmt man die eingebürgerten Deutschen hinzu, so dürfte diese Quote bei 50 % liegen.
In Kreuzlingen ist allein aufgrund der Grenznähe der Anteil an Deutschen noch höher.
Es ist wohl eine Abstimmung mit den Füßen über EU-Deutschland, daß soviele Deutsche in die Schweiz einwandern.
Interessant ist Kreuzlingen nicht nur wegen seiner bloßen Grenzlage, sondern auch aufgrunddessen, daß die Grenze direkt an der (nicht nur historisch: Konstanzer Konzil) bedeutenden deutschen Universitätsstadt Konstanz liegt. Diese Lage ist schweizweit einzigartig.
Warum kann man dies als Abstimmung mit den Füßen bezeichnen?
Während im Thurgau und namentlich in der Grenzstadt Kreuzlingen die deutschen eine massive Einwanderungsgruppe bilden, so sollte man zumindest meinen, daß die wunderschöne und große Universitätsstadt Konstanz verlockend genug ist, auch ein paar Schweizer zu motivieren, das gleiche zu tun wie die Deutschen. Die Seite der Grenze zu wechseln.
Doch weit gefehlt: Umgekehrt sind in Konstanz gegen null Prozent Schweizer Staatsangehörige oder eingebürgerte Schweizer.
Die Schweiz scheint als Lebensstandort und Firmenstandort also weitaus attraktiver als das historisch viel größere, ebenfalls an schönster Lage liegende, mit Kreuzlingen zusammengewachsene Konstanz ( von Schweizern wird das deutsche Kontrollschild KN spöttisch mit „Kreuzlingen-Nord“ übersetzt).
In Konstanz leben lediglich ein paar hundert Personen aus der Schweiz. Der Ausländeranteil beträgt zirka 12 Prozent, wobei Schweizer hier „keine Rolle spielen“ (Zitat Stadt Konstanz).
Was ist das Fazit für die Schweizer Politik?
Jeder Mensch, der bei klarem Verstand ist, sollte daraus seine Schlüsse ziehen können. Besonders sollten einmal Politiker wie Christa Markwalder und andere EU-Turbos (Grüne, SP, FDP, CVP, EVP usw.) sich einmal Gedanken machen, ob es richtig ist, ständig die EU nachzuäffen und ständig vor der Europäischen Union einen Bückling nach dem anderen zu vollziehen.
Denn:
Wenn aus sovielen EU-Ländern (Frankreich, Deutschland, Spanien, Portugal, Italien usw. usf.) soviele Heerscharen an Leuten einreisen möchten und in der Schweiz leben möchten und zu so großen Teilen nicht mehr als Touristen oder Saisonkräfte kommen, sondern sich hier niederlassen (Niederlassungsbewilligung):
Dann muß die Schweiz doch irgendwas richtig gemacht haben.
Und die EU-Länder irgendwas falsch.
Die EU hat also allen Grund, sich an der Schweiz zu orientieren und die Schweiz nachzumachen, nicht aber hat umgekehrt die Schweiz die EU nachzuäffen oder gar noch ihr beitreten zu wollen.
Oder kann man so ideologisch verblendet und verbohrt sein, daß vor dem Hintergrund der obengeschilderten Tatsachen man etwas anderes schließen kann?
Offenbar: Es gibt immer noch Leute und Partein (SP z. B.), die sogar offen und ernsthaft einen EU-Beitritt der Schweiz fordern.
Tatsachen scheinen nicht zu interessieren. Aus Ideologie würde man lieber ein ganzes Land nach unten – auf EU-Maß – nivellieren, als einmal der EU zu sagen: Hey, schaut mal in die Schweiz und kuckt Euch an, was ihr von uns lernen / übernehmen könntet!
Dies sollten besonnene Politiker einmal der EU-Leitung sagen. Und sie könnte dem aufgrund der erdrückend klaren Tatsachen (Abstimmung mit den Füßen) nicht widersprechen.