Wenn man als in der Schweiz (gerne) lebender Deutscher die Webseite der ARD-Sendung „Report München“ aufschlägt, verschlägt es einem gegenwärtig regelrecht die Sprache. Dort heißt es wörtlich:

„Nach dem Minarettverbot macht die Schweizer Volkspartei mobil gegen Deutschland, schürt alte Ängste der Schweizer vor deutscher Übermacht. Einwanderer haben dort zur Zeit wenig zu lachen und werden teils massiv in anonymen Briefen bedroht.“
Neue (äußerst aggressive) Töne also im Wirtschaftskrieg gegen die Schweiz. Offenbar versucht man in Deutschland via Staatsfernsehen im Volk Stimmung gegen die Schweiz zu machen.
Anders läßt sich ein derart tendenziöser „Beitrag“ im ARD wohl kaum erklärt werden.
Einige wenige Ausnahmen von Deutschen (bzw. emanzipatorisch geschlechtergerecht müßte man wohl sagen Deutschinnen, denn es wurden nur Frauen zu Wort gelassen), die sich in der Schweiz nicht wohlfühlen werden so dargestellt, als ob alle Deutschen ungern in der Schweiz leben.
Kein Wort von wohl 99 % Deutschen, die äußerst gerne in der schönen Schweiz leben und arbeiten.
Selbst der linke Tagi, der seit Jahren für die Personenfreizügigkeit für Deutsche und alle möglichen anderen Staatsbürger fleißig schreibt, berichtet (kursiv):
Leider ließ schon der betroffene Ton der Anmoderation nichts Seriöses verheißen. Und tatsächlich flimmerten danach die ersten Klischees über den Bildschirm; ein Schweizer Rentner, der im rhetorischen Schneckentempo etwas von «Aggressionen» stammelte. Sowie eine in Zürich lebende Deutsche, die offenbar immer wieder als «Nazi» beschimpft wird.
Die Meinung des Playmates
Quasi als Beweis für die Ausländerfeindlichkeit der Schweiz schnitt man im Anschluß ein Mini-Statement von Hans Fehr rein. Allerdings wollte der SVP-Nationalrat nicht richtig poltern, sondern äußerte sich bloß über die negativen Auswirkungen der Personenfreizügigkeit. Also auf zur SVP-Zentrale des Kanton Zürich, wo man Yves Gadient den Begriff «Fremdenhass» zu entlocken versuchte, musikalisch unterlegt mit aggressiven Rockriffs. Auch formale Schlampereien schlichen sich ein; Klaus J. Stöhlker wurde bei Aufnahmen zum «Tages-Anzeiger»-Podiumsgespräch über «Deutsche in Zürich» als Kurt Imhof ausgegeben.
Angst vor sozialem Abstieg? Lohndumping? Sprachkomplex? Etwaige Gründe, weshalb es zu den erwähnten Ressentiments kommen soll, wurden im Bericht keine genannt. Auch auf Ausführungen, wieso die Deutschen in die Schweiz emigrieren, wartete man vergebens. Stattdessen kam das deutsche Playmate Alena Gerber zu Wort («ich wurde genötigt, Schweizerdeutsch zu reden») sowie die ehemalige Energy-Radiomoderatorin Katrin Wilde («ich fühlte mich nicht mehr sicher»).
Wenn man also als deutschstämmige Radiomoderatorin in der Schweiz erfolglos ist, bei den Hörern nicht ankommt und mal ein wenig negative Resonanz erhält, bei der auch die deutsche Herkunft auf die Schippe genommen wird, dann ist die Schweiz gleich rassistisch bzw. besser gesagt deutschfeindlich.
Wenn dann noch zufällig eine Autoscheibe eingeschlagen wird (was nebenbeierwähnt täglich in Zürich geschieht, wenn Drögeler Wertsachen in Autos zu finden hoffen; Kapo und Stapo Zürich geben nicht mal Polizeimeldungen dazu raus), dann kann man das richtig schön ausschlachten. Nicht die eigene Erfolgslosigkeit, sondern die Schweizer sind schuld, daß man die Schweiz verlassen hat.
Der Tagi schreibt weiter (kursiv):
Unheimlicher Drohbrief
Kein Zweifel: Die drei Millionen deutschen Zuschauer, die «Report München» jeweils sehen, mußten das Gefühl haben, daß ihre Landleute hier ganz unten auf der sozialen Leiter um ihr Leben fürchten. Zumal da jene Frau eingespielt wurde, die mit unheimlich verstellter Stimme von einem Drohbrief erzählte: «Ich jage Dir eine Kugel in den Rücken, du elende deutsche Brut.»
Fazit:
Das ARD hat es fertiggebracht, einige Deutsche zu finden, die sich offenbar in der Schweiz nicht wohlfühlen und hat sogar eine Frau gefunden, die sich selbst nach 30 Jahren immer noch nicht in der Schweiz wohlfühlt.
Nach dreißig Jahren dürfte sich doch eigentlich eine gut-integrierte Frau (die sich auch integrieren will) eigentlich mehr als Schweizerin als als Deutsche fühlen. Wer nach dreißig Jahren sich so deutsch aufführt, daß er immer noch von Nachbarn als Deutsche wahrgenommen wird, der hat ganz andere Probleme. Zu dem stellt sich die Frage, warum eine Person, die sich nach dreißig Jahren immer noch derart unwohl in der Schweiz fühlt, nicht irgendwohin auswandert, wo es ihr besser gefällt.
Fakt ist:
Hätte das ARD eine Umfrage unter deutschen Staatsbürgern gemacht, ob sie sich in der Schweiz wohlfühlen und ob sie gerne hier leben, würden sicherlich 99 % mit Ja geantwortet haben.
Der mutmaßlich von politischer Staatspropaganda motivierte Hetz-„Bericht“ gegen die Schweiz im Original: Staatspropaganda beim ARD