Blocher Napoleon Video Rede
Bildausriß: TeleBlocher.ch

Ich höre zum Entspannen gerne Blocher-Reden oder Videos, besonders, da sie zumal noch recht lehrreich sein können.

So das Video, was ich gerade ansah. Auf die heutige Situation hin gesehen, welche zwischen der Schweiz und ihren Nachbarländern bzw. der EU besteht, ist dieses Blocher-Video ohne Zweifel lehrreich.

Abgesehen einmal von der Erweiterung des Bildungshorizontes in punkto Schweizer Geschichte.

Christoph Blocher über 200 Jahre Schlacht an der Beresina und die Folgen, aufgezeichnet in Herrliberg, im Oktober 2012:

Zum Video

Wobei man in einem Punkt des Videos fast schon von Beschönigung sprechen muß.

Blocher spricht im Video allerdings nur an, daß die Franzosen den Berner Staatsschatz stahlen. Sogut wie in allen Teilen der neuen napoleonischen bzw. Helvetischen Republik wurde munter geplündert und den Schweizern blieb nicht übrig, als zuzuschauen und so zu tun, als ob es ihnen sogar noch gefalle.

Franzosen_StaatsschatzHier eine zeitgenössische Karikatur auf die Helvetische Revolution in Zürich 8. Mai 1798.

Die Franzosen transportieren den Staatsschatz der Stadtrepublik Zürich ab, während die Bevölkerung Zürichs auf dem Münsterhof um den Freiheitsbaum tanzt.

Bild unten:

Napoléon Bonaparte als Erster Konsul der Französischen Republik. Lithographie von 1798/99 (Quelle: Öffentliche Biliothek von New York, digitale Abteilung)

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Auch war der  „Fall Beresina“ nicht das einzige mal, daß Frankreich von der von ihm selbst erschaffenen Helvetischen Republik Soldaten forderte.

So gab es in Italien Krieg zwischen Frankreich und den Verbündeten Sardinien-Piemont und Neapel.

Ende Oktober 1798 verlangte Frankreich von der Helvetischen Republik die Stellung von 18’000 Mann Hilfstruppen.

Helvetische Republik Uniform 3
Helvetischer Munizipalitätspräsident

Genommen wurde nicht nur Geld, sondern auch anderen Material bis hin zu Menschenmaterial.

Hier einige Zeichnungen von Uniformen von Amtsträgern der Helvetischen Republik.

Die Zeichnungen stammen von einem Gottlieb Wagner (um 1800 erstellt) und man muß sich schon fragen:

Entweder konnte dieser Wagner nur sehr schlecht zeichnen, oder er mochte die Amtsträger der Helvetischen Republik nicht besonders.

Vielleicht hatte er einmal solche Erfahrungen mit Behördenarroganz und Obrigkeitsstaatlichkeit gemacht wie hier mit dem Kantonalen Steueramt St. Gallen.

Jedenfalls sind die Amtsträger nicht sehr positiv dargestellt, finde ich.

Helvetische Republik Uniform 2Alle zeitgenössischen Uniform-Zeichnungen können im Original bewundert werden beim Amt für Kultur in St. Gallen oder in der Broschüre „Es werde St. Gallen! Revolution, Helvetik, Mediation und Kantonsgründung 1793–1803. Amt für Kultur des Kantons St. Gallen 2003.“

Bild rechts mit dem Untertitel (in Deutscher Schrift) „Helvetischer Unterstatthalter“.

Dieser Herr scheint besonders freundlich zu gucken.

Und dann gibt es noch einen (Bild unten links) „National-Ober- oder Regierungsstatthalter der Helvetischen Republik / 1798 bis 1809“.

Statthalter ist hier Stadthalter geschrieben. Erstaunlich, daß die Herren, welche die obrigkeitsstaatlich eingeführte Rechtschreibreform aufgezwungen haben, nicht auf die Idee gekommen sind, das Wort Statthalter wieder so zu schreiben. Gemäß Wortstammprinzip. Schließlich empfiehlt der neue Duden ja mit der gleichen Begründung, Schenke und nicht Schänke zu schreiben. Weil man ja in der Schenke was geschenkt bekommt. Und das Wort nicht von Ausschank kommt, sondern von Schenken.

Aber so logisch geht es halt zu, wenn Bürokraten anstatt Anwender, sprich Schreiber (oder verordnet scheingeschlechtergerecht Schreibende) sich an etwas heranmachen.

Nachdem Konrad Duden es schaffte, eine einheitliche Rechtschreibung einzuführen, haben wir nun wieder den Zustand wie im 18. Jahrhundert, daß jeder quasi schreiben kann, wie er will. Es gibt keine Regeln mehr, sondern Variantenschreibungen und Empfehlungen.

Obwohl. Es gibt auch noch Regeln. Der gleiche Duden, der „Strom sparend“ als einzig verbindliche Schreibweise festlegt, schreibt in ein und demselben Regelwerk „energiesparend“ als einzig richtige (verbindliche) Schreibung vor.

Wenn das keine sauberen Regeln sind. Da möchte man doch direkt Deutschlehrer werden.

Womit wir wieder beim Thema Obrigkeitsstaatlichkeit angelangt sind.

Laut Blocher waren die Schweizer dem Napoleon am Schluß so widerspenstig, daß er auf sie gern verzichtete. Das hat doch irgendwie etwas Sympathisches an sich.

Helvetische Republik
Helvetischer Senator (dann ein Wort, das ich nicht lesen kann), 1798 biß 1809
Helvetische Republik Uniform
National-Ober- oder Regierungsstatthalter der Helvetischen Republik / 1798 bis 1809