(Polizeibericht.ch) „Verlieren wir die Beherrschung“: Der diesjährige Leitspruch des umstrittenen 1.-Mai-Komitees sorgt für rote Köpfe. Und er zeigte Wirkung. Auch dieses Jahr entfaltete sich wieder ein reger Gewalttourismus nach Zürich. Über 350 Verhaftete, davon nur jede 7. Person aus Zürich!

Die Veranstalter des 1. Mai-Komitees machten sich über die Polizei und die Stadt Zürich lustig und kündigten sogar an, daß sie sich auch dieses Jahr an getroffene 1. Mai in Zürich: Natürlich nicht ohne Gewalt (Archivb.) - Das umstrittene 1. Mai-Komitee hielt sich auch dieses Jahr nicht an AuflagenVereinbarungen nicht halten werden. Aus Sicherheitsgründen legte der Stadtrat den bewilligten Festbeginn auf 20 Uhr fest.

Doch was interessiert das Menschen, die schon im Vorfeld öffentlich dazu aufrufen, die Beherrschung zu verlieren? Das 1. Mai-Komitee begann einfach um 14 Uhr.

Es ist erschreckend: „Man weiß seit Jahren, daß am 1.-Mai-Nachmittag regelmäßig rund um das Festgelände herum gewalttätige Ausschreitungen erfolgen“, kritisierte Stadtrat Andres Türler (FDP) das Verhalten des 1. Mai-Komitees. Doch wer schon im Vorfeld mit einem Werbespruch „Verlieren wird die Beherrschung“ offen zu Gewalt aufruft, ist ja offenbar genau auf das aus: Gewalteskalation.

SP, Grüne und die Alternative Liste stellten sich hinter den 1. Mai-Komitee-Entscheid, sich nicht an die Auflagen der Stadt Zürich zu halten: „Wir waren uns schnell einig“, sagt SP-Co-Präsidentin Beatrice Reimann.

Auf eine drohende Buße von – nach Schweizer Recht – einigen (läppischen) hundert Franken angesprochen entgegnet die 1. Mai-Komitee-Sprecherin Anna Klieber gemäß 20 Minuten: „Das nehmen wir in Kauf.“

Und sie weiß sogar die Politik hinter sich: „Notfalls fragen wir die Parteien um ­finanzielle Hilfe an.“ Ob SP, Grüne oder Alternative Liste die Buße tatsächlich bezahlen wollen oder schon bezahlt haben, war auf die Schnelle nicht herauszufinden.

Was aber die viel wichtigere Frage ist: Wer bezahlt die exorbitanten Kosten des Polizeieinsatzes von Kapo und Stapo Zürich? Wer bezahlt die Folgen der 1 Mai-Auschreitungen von Linksextremisten und Sympathisanten, bei denen regelmäßig schon zeremonie-artig ganze Straßenzüge verwüstet worden sind in den letzten Jahren?

Faust im Logo des 1. Mai-Komitees, Zürich

Die Veranstalter, die im Vorfeld schon in die massive Kritik geraten waren, weil sie offen zu Gewalt aufriefen, können sich auch dieses Jahr freuen. Ihr offen zu Aussschreitungen aufforderndes Plakat zeigte Wirkung. Wieder kamen zahlreiche Gewalt-Touristen nach Zürich:

Die Anzahl Personen, welche im Zusammenhang mit den Ausschreitungen nach dem offiziellen 1. Mai-Anlaß festgenommen wurden, hat sich auf 353 erhöht, berichtet die Stadtpolizei Zürich. Die Mehrheit wurde nach Feststellung der Personalien und Aushändigung einer Wegweisungsverfügung wieder entlassen (Schweizer Strafrecht). Nur 14 Personen befinden sich noch in Haft.

Bei den festgenommenen Personen handelt es sich um 308 Männer und 45 Frauen. Davon sind 16 Personen jünger als 15 und 55 Jugendliche sind weniger als 18 Jahre alt.

Die große Mehrheit der Festgenommenen ist zwischen 18 und 25 Jahre alt. (203)

1. Mai-Plakat: "Verlieren wir die Beherrschung"

79 Personen sind über 26 Jahre alt. Etwa jede siebte Person hat Wohnsitz in der Stadt Zürich (52). Beinahe ein Drittel wohnt in anderen Orten im Kanton Zürich (121).

Zudem wurden Personen aus den Kantonen Aargau, Basel, Bern, Freiburg, Genf, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Schaffhausen, Solothurn, St. Gallen, Thurgau und Zug festgenommen. Zehn Personen wohnen in Deutschland und eine in Italien. Bei der Mehrheit der Festgenommenen handelt es sich um Schweizer Bürger. Die anderen Personen stammen aus Deutschland (22), der Türkei (7), aber auch aus Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Fürstentum Liechtenstein, Irland, Italien, Kroatien, Kuba, Libanon, Mazedonien, Österreich, Portugal, Serbien, Sierra Leone, Spanien, Tunesien, Ungarn und USA.

Kapo ZH und Stapo ZH hatten also alle Hände voll zu tun.

Über die Kosten der Polizeieinsätze und die diesjährigen Sachschäden wurden in den Polizeimeldungen der Stapo Zürich bisher keine Angaben gegeben.

Ganzer Bericht / Quelle: Polizeibericht.ch

Webseite des 1. Mai-Komitees