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Kapo Bern und der Täterschutz: Schweizer Mißbrauchsskandal des pädophilen Sozialtherapeuten Hansjürg S. wirft Fragen auf

Polizeibericht.ch schreibt zum aktuellen Mißbrauchsskandal bzw. zum Fall des pädophilen Sozialtherapeuten Hansjürg S. (fett, kursiv):

Wie heißt der Mann?
Die Kapo Bern schreibt dazu erstaunlicherweise nur: „Wir können sagen, daß es sich um einen 54-jährigen Schweizer handelt. Er wurde im April 2010 an seinem Wohnort im Berner Oberland festgenommen.“

Bei der Kapo Bern wird Täterschutz großgeschrieben. Das jüngste Opfer des pädophilen Serientäters im Mißbrauchsfall Hansjürg S. war nicht mal 1 Jahr alt.

Bei der Kapo Bern wird Täterschutz großgeschrieben. Das jüngste Opfer des pädophilen Serientäters im Mißbrauchsfall Hansjürg S. war nicht mal 1 Jahr alt.

In den Medien ist der Mann inzwischen als Hansjürg S. bekannt.

Offenbar zählt der Täterschutz bzw. Datenschutz und Persönlichkeitsrechte des Täters im Kanton Bern sehr viel, zumindest weitaus mehr als in anderen Kantonen in solchen Fällen.

Und: Diese Vorgehensweise wiederspricht völlig der oben bekundeten Äußerung der Kantonspolizei Bern:

„Ziel der Strafverfolgungsbehörden ist es, raschmöglichst für alle Betroffenen Gewißheit zu schaffen.“

Der (linksregierte) Kanton Bern bzw. die Kapo Bern / die Berner Strafverfolgungsbehörden gewichten also die berechtigten Interessen der Opfer wesentlich niedriger als die Interessen des Täters.

Wieviele Angehörige, die Kinder in Pflegeheimen haben oder hatten, sich derzeit deswegen ängstigen und völlig unnötig in Ungewißheit sind, kann man bei dem erschreckenden Ausmaß des Serienmißbrauchs-Falls nur erahnen.

Die Kapo Aargau gewichtet das Verhältnis von Opferschutz zu Täterschutz anders, vgl. diese Polizeimeldung der Kapo Aargau.

Nichts gegen den Schutz der Persönlichkeitsrechte und Datenschutzrechte von Tätern.

Daß es im (linksregierten) Bern die Tendenz gibt, daß die Kantonspolizei Bern bzw. die Strafverfolgungsbehörden weitaus mehr Täterverständnis und mehr Täterschutz praktizieren und tüchtiger filtern, bevor Polizeimeldungen herausgegeben werden (mehr lückenhafte Täterbeschreibungen in Zeugenaufrufen und Polizeimeldungen) mag das eine sein.

Aber daß bei einer derart exzessiven Auslegung des Täterschutzes gegenüber dem Opferschutz bzw. den berechtigten Interessen der Opfer und ihrer Angehörigen, die Verhältnismäßigkeit nicht einmal mehr ansatzweise gewahrt ist, liegt auf der Hand.

Ich bin mir sicher, daß dies nicht nur die Opfer und ihre Angehörigen so sehen, sondern 99,99% aller Schweizer und anderen Einwohner der Schweiz.

(mit Ausnahme einiger SozialpädagogInnen, SoziologInnen, RichterInnen, StaatsanwältInnen, SozialtherapeutInnen usw. vielleicht)

Gut möglich erscheint bereits jetzt: Der Täter kann vor Gericht wohl mit einer milden Beurteilung rechnen. Denn es wurde bereits ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Nicht etwa vom Verteidiger des Täters, sondern zuvorkommenderweise offenbar vom Ankläger bzw. der Staatsanwaltschaft selbst.

Mit ganz wenigen Ausnahmen kommen bei solchen Gutachten ja strafmildernde Umstände hervor. Die Staatsanwaltschaft im Wortlaut:

Neben den polizeilichen Ermittlungen, welche nach wie vor andauern, wurde auch ein erstes psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dessen Ergebnis bleibt abzuwarten, weshalb hier und heute noch nicht näher auf die psychische Verfassung des Beschuldigten eingegangen werden kann.

2 responses .

  1. Dankeschön für diesen interessanten Bericht, ich habe mir erlaubt, bei Google+ und FB zu posten!

    https://plus.google.com/u/0/112516668759916375747/posts/YFCugSyPpmg

  2. admin sagt:

    Das ist selbstredend erlaubt. Es ist zu erwähnen, daß es seitens der Kapo Bern noch viel Schlimmeres gibt. Einfach mal „Kapo Bern“ oder „Blättler“ eingeben auf SchweizBlog. Traurig, aber (leider!) wahr…

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