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Category Archive:Gedichte

Deine Seele

Es ist die einzige Wahl,
und Du weißt es tief in Dir.
Der Würfel gibt nur eine Zahl,
Komm her, gib ihn mir.

Die Türe schließt sich.
Wir sind zuweit gegangen.
Eine Welt ergießt sich.
Wir in ihr zu zweit gefangen.

Wohin wir wollten.
Sag jetzt nichts.
Was wir sollten.
Frag jetzt nichts.

Schließen wir die Pforten.
Mach es nicht schwer.
Führen zu neuen Orten.
Und nicht von ungefähr.

Es will Deine Seele,
entkommen kann sie nicht.
Und auch, wenn ich sie stehle,
ich hör, wie sie zu mir spricht.

Vergangenheit bedeutungslos,
Nun zählt nur das Jetzt,
In neuem Raum, ungeahnt groß,
Du bist nun verletzt.

Sag, wer kann es gewesen sein,
woher kommt der Biß?
Wer konnte Dich befrein,
Der Deine Seele zerriß?

Wer konnt Dich ziehn
hinein in neue Sagen?
Wer konnt nicht fliehn,
vor Deinen Fragen?

Öffne Deine Augen,
Sieh die Wogen,
Sieh den Glauben,
Wann reißt es Dich zu Boden?

Frische Narben in Deinen Gedanken,
Fenster unbekannter Absicht-
Neue Farben Dich umranken,
und eine Sehnsucht in Dir spricht.

Sag, was hat Dich nun verführt,
Das Gefühl, daß es erfrier?
Sag, was hat Dich jetzt berührt,
Woher kommt es tief in Dir?

Martyrium

Admin24 post on Juni 10th, 2012
Posted in Gedichte Tags: ,
Gedicht Martyrium

Gedicht Martyrium

In meinem Haus brennen Flammen,
Herzschlag schwindet, Tod gewinnt.
Glaube, Vertrauen längst vergangen,
Lügen triefen, Böses stimmt?

In meinem Geist zerfleischt das Licht.
Klänge von Metall. Gedanken brechen Stahl.
In meinem Gefühl Taubheit spricht.
Stränge von Zerfall. Umranken stechend Qual.

An meinem Himmel keine Zuversicht,
Mond und Sterne stürzen nieder.
In meinem Verstand fließt das Gift,
gleiche Gedanken immer wieder.

In meiner Sprache kalte Lähmung,
Gelegt in Ketten und ohn Gepür.
In meiner Kraft fehlt die Zähmung,
Sieh, der Wahn pocht schon an der Tür!

In meinem Ohrn Sirenen tanzen
– jeder schreit, niemand hört.
In meinem Kopf sprießen Pflanzen,
säen neue Saat verstört.

In meiner Herkunft stille Tränen,
Erinnrung schreit stumm und wild.
An meinem Fleisch zehren Hyänen.
Pendelschlag der Zeit nicht gilt.

In meinem Händen alte Bücher sprechen.
Und auch neues Bild, das zu mir spricht.
In meiner Haut weinend Wunden stechen,
kein Mittel gegen dieses Gift.

In meinem Spiegel kein Schatten mehr,
keine Schatten in einer Welt ohne Licht.
In meinem Blick Trauer tief so sehr.
Und der Spiegel vonselbst zerbricht.

In meinem Werden neue Flucht,
neue Türen auf allen Wegen.
In meiner Zeit neue Sucht.
– spielt sie kalt mit meinem Leben.

In meiner Luft gift´ges Gas
– wurd es schon zutief geatmet.
In meiner Küche ein volles Glas,
es wird ein Gast erwartet.

In meiner Nase neuer Duft
– ihn trägt davon der Wind.
In meiner Zukunft jemand ruft.
und manchmal bin ich plötzlich blind.

In meinem Magen kalte Leere,
Mag nichts essen, der Hunger spricht.
In meinem Lächeln alte Schwere.
Weine Mensch und lache nicht!

In meinem Märchen neues Geheiß.
Mich längst Vergeßnes grüßt.
Auf meiner Stirn ein warmer Schweiß,
als mich kaltes Grauen küßt.

In meiner Nacht schreit die Stille,
hör, was die Zeit mir sagen wollt.
In meinen Gliedern fremder Wille,
dem Tode gleich mich überrollt.

In meinem Hals speit die Glut.
– ein kleiner Stich hat mich entflammt.
In meinen Bauch treibt die Wut,
trage eine Wunde wohlbekannt.

In meinem Körper kriechen Schlangen,
Knochen tragen Fleisch und Haut.
In meiner Trauer doch gefangen,
hatt ich einem Menschen so vertraut.

In meiner Lunge tiefe Empörung
über bösartig Gebaren ohne Herz,
In meinem Trauma die Zerstörung
Sag, wann geht der Schmerz?

In meinem Fühlen ein Verborgnes,
hat in mir tief etwas geweckt.
In meinen Venen kocht Erstorbnes.
Sag – wie hat Dir mein Herz geschmeckt?

In meinem Munde Worte warten,
zurückgehalten nur mit Not,
In meinem Erinnern blühend Garten,
schöne Zeit, doch tot.

In meinen Augen kranke Zeichen
– im tiefen Nichts der Ewigkeit.
In meinem Sinn Gedanken schleichen,
neue Vertrautheit, Einigkeit.

In meinem Fleisch Wunden offen.
Heilen nicht, Haut zerbricht.
In meinen Wünschen Friede getroffen.
Doch fehlt, daß man spricht.

Auf meiner Zunge fremder Eindruck
– manchmal schmeck ich Blut im Mund.
Um meinen Hals ein neuer Schmuck.
Und draußen bellt wie wild ein Hund.

In meinem Sehen tiefe Schwere,
Flammenregen am Horizont.
In meinem Gesicht schiefe Leere,
ein Schalk sich sonnt.

In meinen Füßen Hufe schlagen,
keine Ruhe, nicht gegeben.
In meinem Leben neues Wagen
– Tatendrang und neues Streben.

In meiner Aura neue Kraft.
Daß Zeit vergeht ist mir entfallen.
In meinen Adern neuer Saft
Kein Halten mehr, Fluß in allem.

In meinem Atem Luft gefriert,
Gedanken würgen im Sog der Zeit,
In meinem Schlaf Ruhe giert,
keine Angst und kein Leid.

In meinem Spiegel anderes Sehn,
Ein bleiern Vorhang fällt,
In meinem Willen Winde wehn.
Schöne, neue weite Welt.

In meinem Streben ein Verdruß,
Und selbst das noch verfällt;
In meinen Wegen giftger Fluß,
hat er mir das Grab bestellt.

In meinem Jenseits fremdes Glühn.
Wurd das Sein mir verwehrt.
In meinem Schrecken neues Blühn.
Verlust Gleichgewicht verzehrt.

In meiner Wahrheit ein Spiegel sieht,
was fließt herab, Blut gerinnt.
In meinem Selbst dieses flieht,
das kein Niemand nimmt.

In meinem Leid speit Kälte Eis,
– hat sie mir mit Stolz gedroht,
In meinem Ich ein neues Weiß,
fährt herbei in schwarzen Boot.

In meinem Tanz alter Traum,
geifernd schreit es, flieh!
In meinem Durst kein Raum,
reißt es mich zu Knie.

In meinem Dasein neue Qualen,
geifernd rufen, den Tag verdüstern.
In meiner Sonne neue Strahlen,
die Schwestern zu mir flüstern.

In meinem Empfinden tiefe Liebe,
doch auch Grauen, der Wahnsinn spricht.
In meinem Herzen neue Diebe,
ohne Frauen soll es nicht.

In meinen Gedanken verstauchtes Denken
– dunkel, unergründlich tief.
In meinen Träumen frisches Lenken.
Dank neuer Liebe, die mich rief?