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Category Archive:Sonderfall Schweiz

Katzenfleisch: In der Schweiz Tradition – und legal

 

Chinesen haben bekanntermaßen einen anderen Eßgeschmack als Europäer.

Wären Adam und Eva Chinesen gewesen, wäre es wohl kaum zum Sündenfall gekommen.

Denn die Schlange hätte Eva nicht in Versuchung bringen können, den Apfel vom Baum der Erkenntnis zu essen, sondern wäre als leckere Mahlzeit selbst verzehrt worden.

Schlangen sind in Europa keine Haustiere, hier hätten sich wohl noch wenige gestört. Aber in China sind nicht nur Schlangen Delikatessen.

Katzenfleisch sKatzen etwa darf man zwar in China nicht einführen, außer vielleicht, man deklariert sie als Reiseverpflegung. Jedoch werden Katzen in vielen asiatischen Ländern als Delikatesse gegessen.

Doch muß überhaupt in ferne Ländern und Kontinente blicken, um auf kritische emotionale und ethische Fragenstellungen im Zusammenhang mit Eßgewohnheiten zu stoßen?

Spätestens wenn man erfährt und bedenkt, daß Kühe eine gleich hohe Intelligenz haben wie Hunde und eine höhere als etwa Katzen, spätestens ab da wird alles schwierig. Während – nochmals ein kleiner Abstecher nach Asien – in Indien Kühe heilige Tiere sind, werden sie in Europa verzehrt.

Doch Kühe weisen nicht nur eine ausgeprägte Persönlichkeit auf, sondern haben, so die jüngste Tierforschung, auch ein gutes Langzeitgedächtnis. Tierverhaltensforscher haben herausgefunden, daß Kühe auf sozial komplexe Weise interagieren, über eine Vielzahl an Emotionen verfügen und sogar die Fähigkeit, sich über die Zukunft Sorgen machen zu können.

Sollte man also nicht lieber Katzenfleisch bevorzugen, wenn Kühe intelligenter sind? Die Frage müßte sich eigentlich stellen.

Katze auf dem Speiseplan: Für die meisten wohl unvorstellbar, für einige ein Genuß, sie schwärmen davon sogar

Katze auf dem Speiseplan: Für die meisten wohl unvorstellbar, für einige ein Genuß, sie schwärmen davon sogar

Katzenfleisch: Schweizer Tradition

Daß Katzen auf dem Teller landen, hat in der Schweiz Tradition, erfährt man nach kurzer Internetsuche zum Beispiel im Blick. Dort heißt es: Schweizer Bauern haben schon immer Katzenfleisch gegessen. Und während des 2. Weltkriegs, als Nahrungsmittelknappheit herrschte, war Katze für breite Schichten der Bevölkerung eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan.

Katzenfleisch hab besonders Tradition in der Ostschweiz, namentlich im Kanton St. Gallen, im Appenzell und im Thurgau aber auch in Graubünden und auch im Tessin.

Die Tradition ist belegt, etwa durch den Hinweis in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom 24. Januar 1871, daß ein Pfund Hundefleisch nun 1 Franken 50 Rappen koste.

Und was ebenfalls die wenigsten wissen: Es ist zwar gesellschaftlich verpönt aber legal.

Viele essen das Fleisch bestimmter Tiere, anderer Tiere nicht

Kürzlich verursachte der italienische Fernseh-Koch Beppe Bigazzi bei einigen seiner Zuschauer, bei Tierschützern und Politikern Unmut, als er im Fersehen ein Kochrezept für gebratene Katze präsentierte und davon sprach, daß er auch gerne Katzeneintopf esse.

Zeichnung in einer Zeitung zum Thema des früher weiter verbreiteten Verzehrs von Katzen in der mitteleuropäischen Küche. Quelle: Zeitung "Das Volk", 20.3.1914

Zeichnung in einer Zeitung zum Thema des früher weiter verbreiteten Verzehrs von Katzen in der mitteleuropäischen Küche.
Quelle: Zeitung „Das Volk“, 20.3.1914. Text: Gastwirt freundlich zum Gast: „Vielleicht eine Portion Hasenbraten gefällig?“ Gast: „Nein, danke, bin selbst Gastwirt.“

Gemäß dem TV-Koch bereite man Hauskatze am besten zu, indem man sie drei Tage in Quellwasser einlegt und beim Bratenspäter im eigenen Saft schmoren läßt. „Eine Köstlichkeit“ sei dies, schwärmte der Fernsehkoch.

Dieser wurde vom TV-Sener Rai Uno zwar später entlassen, doch er bleibt bei seiner Meinung: Katzenfleisch schmecke viel besser als Poulet oder Chüngel-Fleisch.

Er selbst habe diese Speise mehrfach probiert und sei begeistert von dem Ergebnis. Tierschützer, die Partei der Grünen und auch viele Zuschauer empörten sich über den Koch-Guru Bigazzi.

Fausto Maculan, Enologe und Weinpromoter aus Italien, hielt als einer der wenigen zu seinem angegriffenen Freund: „Ich stehe zu Bigazzi und werde bei der ersten Gelegenheit Katzenfleisch probieren„, sagte er der Zeitung „Corriere del Veneto“. „Ich bin überzeugt, daß es exquisit schmeckt.“ Schließlich würden auch in China Katzen verzehrt, und in Italien habe bisher niemand ein Problem damit, Pferd oder Kaninchen auf die Speisekarte zu setzen.

Wieviele Italiener später das Rezept ausprobierten, ist natürlich nicht feststellbar, aber es dürfte durchaus einige Fernsehzuschauer geben, die sich von der Schwämerei über den hervorragenden Geschmack, ebenfalls die Frage gestellt haben, warum man nicht einmal statt Kaninchenfleisch Katzenfleisch probieren sollte.

Erzählt haben dürften dies die wenigsten, denn es ist auch in Italien gesellschaftliches Tabu, Katzenfleisch zu essen. Selbst in chinesischen Restaurants bekommt man weder in der Schweiz noch in anderen europäischen Ländern Katzenfleisch. Zumindest nicht offiziell.

Katzen im Kochtopf?

Für „Katzen verschwunden chinesisches Restaurant“ liefert die Suchmaschine Google jedoch über 270.000 Ergebnisse. Ein Indiz dafür, daß es offenbar vorzukommen schient, daß im Umfeld von China-Restaurants Katzen verschwunden sind in der Vergangenheit. Oder auch nur, daß viele Katzenbesitzer zu Unrecht China-Restaurant verdächtigen, mit dem Verschwinden ihrer Katze etwas zu tun haben zu können.

Zahleiche Leute werden zitiert, welche Katzenfleisch essen und als sehr schmackhaft beschreiben (Bildschirmfotoausriß: Blick.ch)

Zahleiche Leute werden zitiert, welche Katzenfleisch essen und als sehr schmackhaft beschreiben (Bildschirmfotoausriß: Blick.ch)

Doch Verdacht hin oder her: Auch hier muß man gar nicht erst in fremde Kulturkreise blicken.

Auch, wenn es in der Schweiz legal ist, Hunde- und Katzenfleisch zu essen sagt kaum jemand öffentlich, daß ihm das Fleisch gut schmeckt.

Schweizer essen wieder Katzen

In Stern-TV berichtete in den 90er-Jahren Christoph Wildhaber, daß er seinen Gästen im „Ochsen“ in Widnau ab und zu als Delikatesse Hundefleisch serviere.

Der St.Galler Kantonstierarzt Thomas Giger sagte, daß es in der Ostschweiz durchaus Restaurants gäbe, die Fleisch von Haustieren anböten. Doch sei dies eine absolute Ausnahme.

„Schweizer essen wieder Katzen“ titelte vor einiger Zeit die Boulevardzeitung Blick. Und jüngst gab es jeoch einem Artikel im Tagi (Tagesanzeiger). Die Zeitung zitierte etliche Schweizer, welche – unter Zusicherung der Anonymität – äußerten, gerne Katzen- und Hundefleisch zu verarbeiten und zu essen.

Eine Bäuerin aus dem st. galler Rheintal antwortet auf eine Frage, warum sie Hundefleisch genieße : „Wie verlogen, so etwas zu fragen! Dann dürfte man auch keine Schweine essen!“
Und ein Bauer aus dem Kanton Schwyz sagt im Tagi-Artikel: Früher habe sich kaum jemand darüber aufgeregt, wenn Hundefleisch serviert worden sei. „Heute ist das offenbar verpönt.“ Er wertet dies als Heuchelei einer Gesellschaft, „die sonst nicht genug Fleisch kriegen kann“.

Katzen neben Enten in Käfigen vor ihrer Schlachtung. Das Foto ist auf einem ostasiatischen Markt gemacht worden.

Katzen neben Enten in Käfigen vor ihrer Schlachtung. Das Foto ist auf einem ostasiatischen Markt gemacht worden.

Es sei nichts Außergewöhnliches, „Fleisch ist Fleisch“ so ein Bauer aus dem St. Galler Rheintal in dem Bericht. Und ein Mann aus dem Appenzell wird ebenfalls zitiert, daß er gerne Fleisch ißt, das man nicht im Supermarkt kaufen kann. Ein Kollege, der Metzger ist, häute und zerlege das Tier für ihn und räuchere auch das Fleisch.

Serviere ich Mostbröckli, merkt niemand, daß es Hundefleisch ist„, sagte er gegenüber der Zeitung. Wievielen seiner Gäste er schon Hund anstatt Rindfleisch (daraus sind Mostbröckli normal) serviert hat, ohne, daß sie es merkten, frugen die Journalisten nicht. Es dürften wohl einige gewesen sein.

«Ja, wir essen Katzenfleisch», so eine Bäuerin der Zeitung „Le Matin“. Sie erläutert: „Es ist sehr zartes Fleisch. Ich sage immer, es schmeckt wie Kaninchen, aber es ist weniger fasrig.“ Es gehöre zum Alltag auf dem Land. „Die Katzen fühlen sich bei uns wohl, sie vermehren sich. Wenn es zu viele werden, muß mein Mann einige davon töten. Und die essen wir dann.

„3% der Schweizer essen Katzen“

Martina Karl, Präsidentin eines Tierschutzvereins behauptet, in der Schweiz äßen etwa 3% der Leute Hunde und Katzen. Das wären also 3 von 100.

Nicht ganz von der Hand zu weisen, bedenkt man, daß z. B. Pferdefleisch in der Schweiz im Vergleich zum Ausland sehr beliebt ist, besonders in der Romandie. Es gibt sogar Pferdemetzgereien. Und Pferdefleisch ist in so gut wie jedem Supermarkt und in der Metzgerei in der Schweiz zu kaufen.

Mit der einen Hand die Katze streicheln, mit der anderen die Gabel in ein Stück Kaninchen stechen…

Es ist tatsächlich eigenartig, wie unterschiedlich Menschen verschiedene Haustiere behandeln. Zum Beispiel Kaninchen und Katze im Vergleich.

Bildschirmfotoausriß eines Zeitungsberichts zum Thema Katzenfleisch (Blick.ch)

Bildschirmfotoausriß eines Zeitungsberichts zum Thema Katzenfleisch (Blick.ch)

Doch zurück zu Katzen. Gemäß der Schweizerischen Tiermeldezentrale werden jedes Jahr 10’000 bis 20’000 Haustiere in der Schweiz vermißtgemeldeet. 80% davon sind Katzen. Es erscheint jedoch unwahrscheinlich, daß all diese verschwundenen Katzen im Kochtopf oder Ofen landen.

Am populärsten ist in der Schweiz immer noch Schweinefleisch, mit einem durchschnittlichen Konsum von fast 25 Kilo pro Jahr. Geflügel und Rind kommen auf 11,43 respektive 11,29 Kilo jährlich.

Andere Fleischarten kommen nur auf ganz geringe Konsum-Mengen. Schon gar nicht exotische Fleischsorten wie Froschschenkel. Die Delikatesse aus Frankreich ist selbst im französischesprachigen Teil der Schweiz kaum verbreitet.

Auf Wikipedia ist unter Katzenfleisch die Schweiz auch nicht mehr erwähnt, obwohl Katzenfleisch in einigen Gegenden der Ostschweiz lange Tradition hat. Auf Wikipedia heißt es: „Katzenfleisch dient, in jeweils mehr oder weniger geringem Umfang, unter anderem in Südchina, Nordvietnam, Korea, Peru, Großbritannien zu Nahrungszwecken.“

Dabei hat Katzenfleisch nicht nur in der Ostschweiz, sondern auch im Tessin Tradition. Der Blick schreibt etwa: „Dort hat das Menü «Miau Miau» eine lange Tradition – und sie währt bis heute.“ Katze gilt dort als Festtagsmenü und wird in einigen Familien an Weihnachten angerichtet. Der Blick zitiert weiter eine bekannte Katzenköchin mit den Worten, daß „frisches Katzenfleisch fantastisch schmeckt“. (siehe Bild)

Dennoch findet man in der Schweiz im Internet leicht Rezepte für Dachhase, was die Umschreibung für Katzenfleisch ist. Zum Beispiel hier.

Was auf Wikipedia erstaunt, ist, daß England aufgeführt ist als Land, in welchem gewöhnlich Katze gegessen wird. Als europäisches Land hätten die meisten Großbritannien kaum als Land mit Katzenfleisch-Tradition eingestuft.

Man lernt nie aus.

Google schlägt bei Eingabe des Wortes „Katzenfleisch“ als verwandte Suchanfragen zu Katzenfleisch übrigens folgendes vor:

„Katzenfleisch Rezepte, Katzenfleisch kaufen, Katzenfleisch Deutschland,, Katzenfleisch Geschmack, Hunde- und Katzenfleisch, Katzenfleisch in Döner, Katze Katzenfleisch.“

Das heißt, es wird bei Eingabe des Wortes Katzenfleisch von Google sogleich zuoberst vorgeschlagen: „Katzenfleisch-Rezepte“.

Ein deutlicher Hinweis darauf, daß es offenbar doch eine ganze Menge Leute geben dürfte, die Katzenfleisch verzehren. Denn wer warum wird sonst sooft nach Katzen-Rezepten gesucht? Was will man mit so einer Information sonst machen? Bzw. warum sollte man danach sonst suchen?

 

Schweiz hat höchste Lebenserwartung der Welt: 1.409 Menschen über 100 Jahre alt

Nirgendwo sonst auf der Welt werden die Menschen so alt wie in der Schweiz. Im Alpenland ist die höchste Lebenserwartung der Welt zu verzeichnen.

Es ist nachgewiesen, daß die Schweizer im Gegensatz zu den Bürgern der EU-Länder gesünder leben. Unter anderem sind die EU-Bürger im Schnitt wesentlich übergewichtiger.

Was auf die Qualität des Essens zurückzuführen ist bzw. auf billiges Ramsch-Essen, das in der EU immer stärker produziert wird.

Maßlos ausgebauchte Sozialsysteme sorgten in Deutschland am Schluß dafür, daß für wirklich Bedürftige nichts mehr da ist. Die Schweiz baut diese leider auch aus, ist aber maßvoller darin. Mäßigung - eine typisch schweizerische Forderung - scheint wie Eigenverantwortung offenbar auch gut für die Gesundheit. (Bildschirmfotoausriß: Stern)

Maßlos ausgebauchte Sozialsysteme sorgten in Deutschland am Schluß dafür, daß für wirklich Bedürftige nichts mehr da ist. Die Schweiz baut diese leider auch aus, ist aber maßvoller darin. Mäßigung – eine typisch schweizerische Forderung – scheint wie Eigenverantwortung offenbar auch gut für die Gesundheit. (Bildschirmfotoausriß: Stern)

Eine Studie aus den USA führte den typischen schweizerischen Lebensstil als Grund für das hohe Alter an. Angeführt wurden typisch schweizerische Eigenschaften die man den Schweizern auch tatsächlich nachsagt.

Sie sind sparsam (dies mußten z. B. alle großen Kreditkarten-Firmen feststellen), bescheiden, beharrlich (z. B. wenn es um den Druck der EU geht, endlich beizutreten), detailverliebt und tragen Eigenverantwortung hoch (weniger Staat als in den EU-Ländern) und sind daher auch risikoscheuer und vorsichtiger als Menschen in Ländern, wo der Staat sich um alles und jedes sorgt.

Wobei auch die Schweiz darunter leidet, daß es mehr und mehr Staat gibt. Jedes Jahr werden die Sozialsysteme aufgebläht, es gibt immer mehr Gesetze und Vorordnungen und Bürokratie.

Wozu das hemmungslose Aufblähen der Sozialsysteme führt, kann man am Beispiel Deutschland eindrücklich ablesen: Es ist am Schluß nicht einmal mehr Geld für wirklich Bedürftige da und es wird diskutiert (öffentlich!), daß 1

 

Zitat von Sepp Blatter zum EU-Beitritt der Schweiz

Sepp Blatter äußerte sich gegenüber der Schweiz am Sonntag zum EU-Beitritt der Schweiz und seiner Sinnlosigkeit (Bildschirmfotoausriß: FiFa)

Sepp Blatter äußerte sich gegenüber der Schweiz am Sonntag zum EU-Beitritt der Schweiz und seiner Sinnlosigkeit (Bildschirmfotoausriß: FiFa)

Sepp Blatter ist nicht unumstritten, aber wo er recht hat, hat er recht.

Die „Schweiz am Sonntag“ frug ihn:

„Die Schweiz beherbergt internationale Sportverbände und Konzerne, wählt aber politisch den Alleingang. Stört es Sie, daß wir weder in der EU noch im EWR sind?“

Blatter antwortet:

Warum sollten wir in der EU sein. Wenn schon, dann würden wir besser in eine größere Organisation, in einen globalen Staatenbund passen. Uns geht es im Alleingang ausgezeichnet, wir müssen einfach dafür sorgen, daß wir mit unseren Nachbarn auskommen. Es wäre falsch, wenn wir uns stärker im EU-Raum postionieren würden. Zwei Drittel der Bevölkerung leben heute in Asien – dort liegt der Markt der Zukunft, dorthin sollten wir uns orientieren. Wenn Sie auf die Weltkarte bleicken, sehen Sie: Die EU ist nur ein sehr kleines Gebilde.

Götz W. Werner: „Schweiz ist diskursfähig“

Mit Äußerungen wie «Die Wirtschaft hat die Aufgabe, die Menschen von der Arbeit zu befreien.» machte Götz W. Werner in Deutschland der Schweiz hinsichtlich Debatten um ein sog. „bedingungsloses Grundeinkommen“ von sich reden.

Götz W. Werner-Zitat zur Schweiz (www.unternimm-die-Zukunft.de)

Götz W. Werner-Zitat zur Schweiz (www.unternimm-die-Zukunft.de)

Auch wenn man – wie ich – dem Gedanken, einen Anspruch auf ein Grundeinkommen verfassungsmäßig zu verankern (solches gibt es in einigen Emiraten sogar in extrem hohen Beträgen, allerdings dort dann nur für Inländer) skeptisch gegenübersteht, sind einige Gedankengänge durchaus interessant.

Vermutlich hätte Karl Marx eine helle Freude an Götz W. Werner und seinen Theorien gehabt, Zitat:

Wir leben im Überfluß an dem, woran früher Mangel bestand. Das liegt an optimierten Methoden, Technik und weltweiter Arbeitsteilung. Niemand arbeitet mehr für sich, sondern für andere, und was jemand für sich zum Leben braucht, haben andere für ihn gemacht. Mit Geld funktioniert dieses Zusammenspiel. Wo aber niemand mehr sich selbst versorgen kann und alles Lebensnotwendige nur mit Geld zu haben ist, da ist das Recht auf Leben gleichbedeutend mit einem Recht auf Einkommen. Da ist ein freies Bürgereinkommen gleichbedeutend mit dem demokratischen Grundrecht auf Teilnahme an der Gesellschaft.

Hier zeigt sich auch schon eine Schwierigkeit. Götz W. Werner spricht auf einmal nicht mehr von einem Grundeinkommen, sondern von einem Bürgereinkommen.

Ein Land, welches also ein Grundeinkommen (bedingungsloses…) einführt, wäre sicherlich der Situation ausgesetzt, daß der Paß dieses Landes extrem begehrt werden würde. Der Schweizer Paß ist gegenwärtig bereits der begehrteste der Welt.

Erstaunlich erscheint die Biographie von Götz W. Werner. Er ist nicht irgendein Ideologe, der nur hehre Forderungen aufstellt, wie das bei vielen linken Politikern der Fall ist. Sondern Gründer der größten deutschen Drogeriekette, DM-Drogeriemärkte. (mit Abstand gefolgt von Roßmann und vor der Insolvenz von Schlecker gefolgt von der inzwischen insolventen Schlecker-Kette)

Anders als bei den aggressiv vorgehenden Konkurrenten Schlecker und Roßmann, wo besonders bei ersterem große Kritik an Drangsalierung von Mitarbeitern herrschte und auch die Kundenzufriedenheit mäßig war, ist DM bei Kundenzufriedenheit und auch bei Mitarbeiterzufriedenheit auf Platz 1.

Auch das spricht für sich.

Auch in Österreich ist die Kette aktiv und auf Platz 1. Hier ist auch der Hauptsitz des Konzerns, der in 11 europäischen Ländern tätig ist. Insofern ist dies interessant, weil hier also kein „Kommunist“ diese Forderung aufstellt, daß es ein „bedinungungsloses Grundeinkommen“ geben müsse, sondern ein gestandener und zudem sehr erfolgreicher Unternehmer, ein „Milliardär“, der sich selbst aber nicht als einer sieht und auch nicht so bezeichnet werden möchte.

Man kann also diesen Mann – auch, wenn man seine Ideen nicht teilt – nicht einfach als einen irren Phantast wegwischen oder als einen wirren Polit-Ideologen sehen.

Hinsichtlich seines Vermächtnisses sollte Götz W. Werner aufpassen, daß seinem Vermächtnis nicht das gleiche passiert, wie dem Vermächtnis des ähnlich charimatischen und philantrophen Schweizer Unternehmers Gottlieb Duttweiler, welcher sich vermutlich gegenwärtig täglich im Grab umdreht.

Die Migros umgeht heute aktiv das Tabak- und Alkoholverbot, wobei dies nur die am offensichtlichsten sichtbare Spitze des Eisbergs ist, bei dem die Verantwortlichen bei der Migros heute das Vermächtnis des legendären Gründers schamlos mit Füßen treten.

Auch etwas für die Rubrik „Schweiz ist anders“

Aber nicht nur, weil ich die Debatte und die Person hinter der Debatte interessant finde, sondern auch, weil ich auf der Webseite ein interessantes Video entdeckt habe, in welchem sich Werner zur unterschiedlichen Debattenkultur zwischen der Schweiz und Deutschland aufschlußreich äußert, hier ein Verweis auf das Video.

Denn wenn man einmal von ein paar perfiden sog. „Journalisten“, die sich nicht der Wahrheit, also dem Berichten verpflichtet fühlen, sondern zT wirklich skrupelloser Lügenpropaganda, bewußter Falschdarstellung und auch perfider Hetze gegen Menschen mit anderer Meinung, dann muß man sagen:

Die Beobachtung, daß die Schweiz die wesentlich ruhigere und ausgeglichenere (tolerantere) Debattenkultur hat, kann ich nur teilen.

Götz Werner zum Grundeinkommen in der Schweiz from grundeinkommen.tv on Vimeo.

Schweizer nutzen Kreditkarten anders

Admin24 post on Februar 12th, 2013
Posted in Sonderfall Schweiz Tags:

Während Amerikaner oder Deutsche die Kreditkarte zum Kreditaufnehmen nutzen, etwas wozu die Karte ursprünglich nie wirklich gedacht war, nutzen die Schweizer Kreditkartenkunden diese anders.

Die nicht-bezahlten Rechnungen liegen im Promille-Bereich.

Hinzu kommt nicht nur, daß die Schweizer pünktlich ihre Kreditkartenraten zahlen, es ist auch so, daß es einen kulturellen Unterschied in der Nutzung gibt.

So ist in der Schweiz die Kreditkarte ein Zahlungsmittel. Und sie hat daher weniger Kreditfunktion. Und daher wird auch das Kreditkartenkonto selten überzogen.

Quelle: Kreditkarte-Schweiz.ch

BfU fordert Winterreifen-Obligatorium: Was daran stoßend ist

Die Nachbarländer der Schweiz kennen gesetzliche Regelungen, die die Verwendung von Winterreifen vorschreiben.

Die BfU als staatliche bzw. vom Staat bezahlte Instution fordert nunmehr seit 2011 – indem es sich öffentlich mit einer Forderung nach mehr Regulierung hervortut – ein Winterreifen-Obligatorium. Wörtlich:

„Die BfU befürwortet die Einführung eines Winterreifen-Obligatoriums auch für die Schweiz und würde einen entsprechenden Vorstoß unterstützen. Praktikabel wäre eine Pflicht von November bis März, auch in den wärmeren Regionen der Schweiz wie im Tessin.“

Die BfU als staatliche bzw. vom Staat bezahlte Instution fordert nunmehr seit 2011 - indem es sich öffentlich mit einer Forderung nach mehr Regulierung hervortut - ein Winterreifen-Obligatorium.

Fragwürdig: Die BfU als staatliche bzw. vom Staat bezahlte Instution fordert nunmehr seit 2011 – indem es sich öffentlich mit einer Forderung nach mehr Regulierung hervortut – ein Winterreifen-Obligatorium.

1. Dazu ist einmal zu sagen, daß es stoßend ist, daß sich eine öffentliche, von Steuergeldern bezahlte Institution wie das BfU in die Debatte einmischt. Es wird – einmal mehr – mit Steuergeldern Propganda für mehr staatliche Regulierung gemacht (auch bekannt als sogenannte „Staatspropaganda“.

2. Doch auch ungeachtet der Staatspropganda zugunsten von mehr Regulierung, also genau dem Gegenteil dessen, was die Schweiz so wohltuend von anderen Ländern unterscheidet, namentlich in Europa, ist festzustellen, daß die Forderung falsch ist.
Sie ist schlichtweg überflüssig, denn es gibt schon heute die Quasi-Pflicht, Winterreifen zu kaufen bzw. diese im Winter zu montieren.

Denn: Wer ohne Winterreifen einen Unfall verursacht, kann sowohl finanziell als auch sonst belangt werden. Finanziell einmal dahingehend, daß Autoversicherungen bei solchen Verkehrsunfällen die Zahlung verweigern. Und darüberhinaus, daß es rechtlich ohne weiteres möglich ist, Unfallverursacher, welche mit Sommerreifen einen Unfall verursachen, in Regreß zu nehmen.

3. Auch in anderern Hinsicht ist eine Winterreifenpflicht zu hinterfragen. Die Schweiz ist ein Land mit mehreren Klimazonen, liest man im Lexikon. Und: Wer einmal mit dem Zug vom Kanton Uri ins Tessin gefahren ist und auf der einen Seite noch den Schnee sah und auf der anderen Tunnelseite dann Sonne und Palmen, der weiß, daß es unsinnig bzw. unmöglich wäre, eine sinnvolle schweizweite Regelung für Winterreifen zu finden.

Allein, wer von Chur ins Domleschg fährt, merkt, was ein paar hundert Meter Höhenunterschied ausmachen können. Während es in der Kantonshauptstadt regnet, liegt oft 15 Minuten entfernt Schnee. Und dies bei so einer kleinen Entfernung. Also nicht vergleichbar mit dem Flachland.

Das ganze heißt natürlich nicht, daß man ohne Winterreifen im Winter unterwegs sein sollte. Man sollte je nach Witterungsbedingungen natürlich Winterreifen haben. Die Gründe dafür sind unter Punkt 2 aufgeführt. Winterreifen kann man heutzutage sich sogar liefern lassen bzw. per Mausklick im Internet bestellen.

Beim Anbieter sollte man allerdings darauf achten, daß man nicht bei den Versandkosten hereinfällt.

Diese können massiv zu-buche-schlagen. Ideal ist es daher, bei einem Anbieter ohne extra Lieferkosten zu bestellen. Pneuexperte.ch liefert zum Beispiel ab zwei Reifen versandkostenfrei.