
Spielen Geiseln Tennis?
Merz wäre schon lange zurücktreten, wenn er auch nur ansatzweise so etwas wie Anstand hätte. Doch es wird immer schlimmer und Hans-Rudolf Merz verharrt als Sesselkleber, obwohl er selbst öffentlich gesagt hatte, er trete zurück, wenn die “Geiseln” nicht bis Ende August in die Schweiz reisen dürften.
Heute ist auf NZZ.ch zu lesen:
Eine der beiden seit knapp 14 Monaten in Libyen festgehaltenen Schweizer, ein 68-jähriger tunesisch-schweizerische Doppelbürger Rachid Hamdani, unterhält private Kontakte zur Familie des libyschen Premierministers. Dies geht aus dem Protokoll einer Sitzung der Außenpolitischen Kommission des Nationalrats vom vergangenen Februar hervor, das von «Tagesanzeiger.ch» publiziert wurde. «Einer der zwei sitzt regelmäßig mit dem Premierminister Libyens zu Tisch und spielt Tennis», sagte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey gemäß Protokoll. Am Mittwochabend bestätigte das Außendepartment (EDA) schriftlich, dass Hamdami Kontakte zur Familie des Premierministers unterhalte.
Offensichtlich hat sich Merz richtig veräppeln lassen. Auch im Ausland reibt man sich die Augen. Unter dem Titel “Wenn Geiseln Tennis spielen” schreibt die große deutsche Tageszeitung “Die Welt” das hier: Verweis
Gemäß der Zeitung «24heures» verbrachte Hamdani, der ja eine Geisel sein soll, Ferien in Tunesien.
Luzi Stamm: Mangelnde Information des Nationalrats bedauerlich
Nationalrat Luzi Stamm hatte am Dienstag in seinem elektronischen Rundbrief bedauert: “Eine der Geiseln soll sogar kürzlich in der Türkei in den Ferien gewesen sein. Es ist bedauerlich, daß nicht einmal die zuständige Nationalrats-Kommission darüber informiert wird, ob solche Gerüchte wahr sind oder nicht.”
Die in der Schweiz lebende Gattin des Doppelstaatsbürgerschaftsgeisel (hier zeigt sich auch einmal mehr das Problem mit der doppelten Staatsbürgerschaft) empört sich und streitet ab, daß ihr Mann in Tunesien Ferien gemacht habe.
Zu den Aussagen von Außenministerin Calmy-Rey, Ihr Mann gehe regelmäßig mit dem libyschen Premierminister essen, sagte sie nichts.
Geiseln sind gar nicht einsperrt
Entgegen hochstilisierten Medienberichten, die Merz offenbar Rückendeckung geben sollten: Max Göldi und Rachid Hamdani sind weder noch waren sie in der Schweizer Botschaft eingesperrt, sie dürfen «nur» das Land nicht verlassen. Göldi fühlte sich in der Botschaft sicherer und wohnte auch dort, berichtet die NZZ.
Hamdani, der auch schon früher in Lybien gewohnt hat, wohnt zeitweise auch in einem Haus rund 200 Kilometer weit weg von Tripolis.
Sowohl der Schweizer Max Göldi als auch der tunesisch-schweizerische Doppelbürger Hamdani waren im Sommer 2008 bloß 10 Tage im Gefängnis, auch wenn Medien gebetsmühlenartig schreiben, sie befünden sich im lybischen “Horror”-Knast.
Merz wäre schon lange zurücktreten, wenn er auch nur ansatzweise so etwas wie Anstand hätte. Doch es wird immer schlimmer und Hans-Rudolf Merz verharrt als Sesselkleber, obwohl er selbst öffentlich...