Von Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»
Nur zwei Wege führen aus der Überschuldungskrise. Auf dem Wegweiser zum ersten Weg steht das Wort «Eiserne Sparpolitik» – auf dem anderen Wegweiser steht «Inflation».
Die Überschuldung der westlichen Industrieländer begann 1971 mit der Preisgabe des Gold-Standards für den Dollar, an den bis zu jenem Zeitpunkt alle starken westlichen Währungen mittels fixierten Wechselkursen fest angebunden waren.
Solange das Notendrucken von Goldreserven abhängig war, wuchs die Geldmenge zwar langsamer. Die Staaten überschuldeten sich indessen nicht. Die westlichen Länder erholten sich nach dem Zweiten Weltkrieg vielmehr aussergewöhnlich rasch, erreichten bemerkenswerte Stabilität und soliden Wohlstand.
Vierzig Jahre Verschuldungspolitik
Vor vierzig Jahren begann, zuerst langsam, dann sich laufend verschärfend, die Phase der Verschuldungspolitik – mit massiver Überschuldung als Ergebnis. Vierzig Jahre finanziellen Schlendrian durch vierzig Jahre eiserne Sparsamkeit auszugleichen:
Das ist eine herkulische Aufgabe, verlangt gegenüber einer seit vierzig Jahren vom Ausgaben-Schlendrian verwöhnten Wählerschaft außerordentliches Stehvermögen; entsprechend unpopulär ist solche «Zumutung».
Der neue französische Staatspräsident François Hollande hat die Wahlen gewonnen, weil er sich in Europa zum Führer der erklärten Nicht-Sparer emporschwingen will. Noch mehr Schulden heißt seine Losung – angetrieben von der Hoffnung, die weitere Flutung der Banken und der Wirtschaft mit Milliarden und Billionen könne vielleicht doch irgend einmal einen Wirtschaftsaufschwung auslösen.
Japan ging vor zwanzig Jahren den gleichen Weg. Read the rest of this entry >>


