Widmer-Schlumpf hofierte einen Staatspräsidenten, der mehr als nur zweifelhaft ist. Die Medien ließ sie vorführen und senkte das altehrwürdige Demokratieverständnis und Pressefreiheitsverständnis der Schweiz auf der Nivo (“niveau”) von Turkmenistan herab.
In der Südostschweiz, Widmer-Schlumpfs Hauszeitung (NZZ), war kaum etwa Kritisches dazu zu lesen.

Widmer-SChlumpf empfing einen Ästheten: Der turkmenische Staatschef ließ Satellitenschüsseln verbieten. Aus Angst um die Verschandlung von Hausfassaden. Behauptungen von Menschenrechtsorganisationen, daß es um die absolute Beschneidung von Informations- und Pressefreiheit geht, sind natürlich von der Hand zu weisen.
Dafür im Rest der Schweiz, bzw. dessen Blätterwald:
Hierzu schreibt die Werbewoche bzw. Pierre C. Meier deren Chefredaktor (kursiv):
“Markus Häfliger schrieb in der NZZ, er hätte gerne weitergefragt, Kathrin Ammann monierte in der Aargauer Zeitung klar und deutlich «Um sich internationalen Einfluß zu bewahren, ist die Schweiz gerne bereit, an einer Medienkonferenz auch einmal turkmenische Verhältnisse walten zu lassen» und David Hesse publizierte im Tages-Anzeiger gar die sieben Fragen, die er nicht stellen durfte.
Diese Reaktionen finde ich gut, aber reichen sie auch? Nein.
Ronnie Grob stellt auf der Seite des Zürcher Pressevereins die absolut berechtigte Frage, ob es nicht gescheiter gewesen wäre, wenn die Journalisten gar nicht erst an diese Schein-Pressekonferenz gegangen wären.
Aber sicher! Der Boykott einer solch kastrierten Fragerunde wäre besser gewesen. Und auch für die Glaubwürdigkeit der Schweizer Journalisten respektive der Schweizer Presse würde eine solche Reaktion mehr tun. Besser als das Kuschen vor einem ausländischen Potentaten resp. vor dem vorauseilenden Gehorsam einer biederen Schweizer Beamtin. (Danke Ronnie Grob für den Input!)”
Ganzer Bericht
Und hierzu schreibt eines der ganz wenigen unabhängigen Medienportale in Graubünden, welches nicht zur Südostschweiz-Gruppe gehört:
“Journalisten werden auch gefoltert
Turkmenistan zählt zu den Ländern mit den repressivsten Mediengesetzen. Gemäß “Reporter ohne Grenzen” rangiert das Land vor Nordkorea. Darunter gibt es nur noch Eritrea.
Wikipedia, das größte Internetlexikon der Welt, berichtet dazu:
Alle inländischen Medien sind staatlich gelenkt und unterstehen der Zensur. Kritische Journalisten müssen mit Verhaftung oder sogar Folter rechnen.
Stören laut Widmer-Schlumpfs Gast die Schönheit von Hausfassaden: Daher ließ er letzten August Satellitenschüsseln verbieten (Bild: InternetTV24.ch)
August 2011: Besitz von Satellitenschüsseln verboten
Erst kürzlich, im August 2011, wurde zudem der Besitz aller Satellitenschüsseln für den Fernsehempfang verboten.
Die offizielle Begründung von Widmer-Schlumpfs Gast lautet, durch die Satellitenschüssel werde die Außenseite / Fassade von Gebäuden “verschandelt”. Als Ersatz wird der Bevölkerung der Umstieg zum staatlichen Kabelfernsehen angeboten. Menschenrechtler äußern jedoch – welch Wunder – daß durch das staatliche Verbot von Satellitenschüsseln die Bevölkerung nunmehr vollständig von der Außenwelt abgeschnitten wird.
Denn auch das Abonnement oder das Lesen im Einzelbezug von ausländischen Zeitungen und Magazinen ist in Turkmenistan verboten. Widmer-Schlumpf hat also einen besonderen Gast eingeladen.”
Ganzer Bericht
Widmer-Schlumpf hofierte einen Staatspräsidenten, der mehr als nur zweifelhaft ist. Die Medien ließ sie vorführen und senkte das altehrwürdige Demokratieverständnis und Pressefreiheitsverständnis der Schweiz auf der Nivo (“niveau”) von Turkmenistan...