Es gibt massenhaft Journalisten-Stimmen, welche im Zuge der durch Hermann Lei & Co losgetretenen Enthüllungen der Hildebrand-Affäre von einer angeblichen “Hetzjagd” sprechen.
Doch stimmt dies? Die Frage stellt sich, ob gehetzt wird und wenn ja, gegen wen eigentlich wirklich gehetzt wird.
Gibt es gegenwärtig wirklich eine Hetze gegen den superreichen ehemaligen Hedgefondsmanager und ehemaligen EU-Politologen Philipp Hildebrand, welcher die Schweiz offenbar durch die Hintertür in die EU bringen wollte?
Journalisten (etwa von Tamedia) behaupten dies leidenschaftlich, ja fast schon geifernd.

"Da habe ich gedacht: Seid ihr nicht ganz dicht? Regt euch doch darüber auf, daß der höchste Notenbanker im Land gegen den Schweizer Franken gewettet hat.", so Sacha Widdorovits gegenüber der Presse zur Affäre Hildebrand (Fotoausriß: "Contract Media")
Hier ein paar andere Stimmen. Die Zitate (kursiv) dieser anderen Stimmen stammen bezeichnenderweise aus dem Tagesanzeiger. Offenbar versucht man sich selbst in der Hildebrand-Verehrer-Presse wenigstens noch einen Anschein von Neutralität zu geben. Folgende Zitate zu den Devisenspekulationen und Aktienspekulationen von Philipp Hildebrand wurden veröffentlicht:
«Es kommt ja täglich noch etwas dazu», sagt Peter Studer, früherer Chefredaktor des «Tages-Anzeigers» und des Schweizer Fernsehens, «nochmals zwei Mails, dann die Überprüfung durch PWC, die nicht funktioniert hat.» Am Anfang sei wohl die Weisswascherei durch die interne Prüfung der Nationalbank gewesen. «Von daher war ein gewisser Druck unvermeidlich.»
«Die Dokumente wären kaum herausgekommen ohne den Druck», sagt Gottlieb Höpli, früherer Chefredaktor des «St. Galler Tagblatts». «Ja, derDruck war nötig».

Gottlieb F. Höpli, Ex-Chefredaktor vom St. Galler Tagblatt zur Hildebrand-Affäre und den Vertuschungsversuchen: "Der Druck war nötig" (Foto Höpli: Anlaß 2008)
Er verweist auf Markus Spillmann, Chefredaktor der NZZ, der kürzlich an einer Medientagung in Zürich sagte, er sei froh, daß die vertraulichen Bankdaten nicht der NZZ zugespielt worden seien. «Am Anfang steht der Bruch des Bankgeheimnisses, das wird verniedlicht.» Die «Weltwoche» habe es den anderen Medien erspart, das Dokument mit Hildebrands Bankdaten zu publizieren.

