Daily Archives: August 11, 2012

Zum Thema Euro-Rettung, ESM usw.: “Warum wir den Fiskalpakt ablehnen sollten”

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Bei dem gleichen Autor, der sich am Beispiel Heidi Horten sehr anschaulich  zu einer Vermögenssteuer äußert, ist auch eine Abhandlung zum sog. Fiskalpakt, welcher der Eurorettung dienen soll, zu lesen (in Auszügen kursiv, Verweis unten):

Warum wir den Fiskalpakt ablehnen sollten

Der Fiskalpakt ist ein massiver Angriff auf Demokratie und soziale Errungenschaften. Insbesondere wird das “Königsrecht” der Parlamente – das Recht, den eigenen Haushalt zu gestalten – massiv eingeschränkt und teilweise auf die nicht-gewählte EU-Kommission übertragen. Rechte der Legislative sollen auf eine Institution der (europäischen) Exekutive übertragen werden – das ist demokratisch mehr als fragwürdig.

Die “Schuldenbremse” des Fiskalpakts wirkt effektiv als “Haushaltsdeckel”, der den Druck steigert, mehr Sozialabbau durchzusetzen, Löhne im öffentlichen Sektor zu senken und öffentliche Investitionen zurückzufahren. Sinnvolle öffentliche Ausgaben sollen gekürzt werden, während gleichzeitig die Banken mit Milliarden gerettet werden.

Mehr noch, es ist vorgesehen, daß bei Überschreiten des Defizits automatisch Ausgabenkürzungen einsetzen sollen und daß eine neue Institution geschaffen werden muß, die die permanente Sparpolitik – einseitige Kürzungspolitik – überwacht.

Wie das genau zu geschehen hat, ist im Vertrag sehr vage formuliert („löst automatisch einen Korrekturmechanismus aus“), aber der Europäischen Kommission wird das Recht gegeben – wohl erst nach Beschluß des Fiskalpaktes – dazu Vorschläge vorzulegen. Die Staaten verpflichten sich aber auf jeden Fall, diese Vorschläge in nationales Recht umzusetzen. Falls sie dies nicht tun, droht eine Klage beim Europäischen Gerichtshof mit möglichen Strafzahlungen.

Außerdem ist ein späterer Ausstieg aus dem Fiskalpakt nicht vorgesehen: Der Vertrag enthält keine Kündigungsklausel.

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Zusammenhängend mit dem Thema

Zum ESM-Vertrag

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ESM-Vertrag: Fiskalpakt-Volksabstimmung in Irland sollte Vorbild für andere Länder sein

Lustige Abhandlung zur Vermögenssteuer am Beispiel Heidi Horten

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Auf dem Blog eines Herrn Dr. Zahler-Treiber ist eine Abhandlung “Wen soll eine Vermögenssteuer treffen?”, die einen Passus über eine Dame, Heidi Horten ( u. a. auch Besitzerin der Carinthia VII, eine der größten Privatyachten der Welt), zu lesen.

Die Abhandlung, welche sich für eine Vermögenssteuer stark macht, ist recht schön geschrieben, sodaß wir sie auch den Lesern von SchweizBlog.ch nicht vorenthalten möchten und in Auszügen (Abhandlung zu Heidi Horten) hier wiedergeben möchten (kursiv):

Heid Horten ist nicht nur Besitzerin der CarinthiaVII, sondern auch die "reichste Witwe" Österreichs. An ihrem Beispiel macht sich ein Herr "Dr. Gerhard Treiber-Zahler" für eine Vermögenssteuer in Österreich stark

Heidi Horten ist nicht nur Besitzerin der CarinthiaVII, sondern auch die "reichste Witwe" Österreichs. An ihrem Beispiel macht sich ein Herr "Dr. Gerhard Treiber-Zahler" auf recht unterhaltsame Art und Weise für eine Vermögenssteuer in Österreich stark

Wenn eine gutaussehende, junge und dazu noch blonde Frau an einer Hotelbar sitzt, kann es durchaus passieren, daß sie von dem ein oder anderen Herrn angesprochen wird.

Von einem Reisenden vielleicht, der zwischen Ankunft und Abfahrt etwas Zerstreuung sucht, oder einem Geschäftsmann, der – unterwegs nach Hause – kurz einkehrt, um den gröbsten Ärger des Tages mit ein paar Gläsern Scotch hinunterzuspülen.

Im Fall von Heidi Jelinek war es Helmut Horten, mit dem sie in einer Hotelbar in Velden am Wörthersee ins Gespräch kam. Wie sich diese Begegnung genau zugetragen hat, ist allgemein nicht bekannt, fest steht aber, daß die Wienerin zu diesem Zeitpunkt jung (etwa 19 Jahre alt) und schön und Helmut Horten rund 30 Jahre älter und reich war. 1966 heirateten sie, und aus Heidi Jelinek wurde Heidi Horten, eine der reichsten Frauen der Bundesrepublik Deutschland.

Denn Helmut Horten, Jahrgang 1909 und gebürtiger Bonner, baute im Laufe seines Lebens den gleichnamigen Kaufhaus-Konzern auf. Während des Kriegs war Helmut Horten “Reichsverteiler für Textilien”. Seine engen Kontakte zum Nazi-Regime brachten ihn 1947/48 für 17 Monate ins Internierungslager Recklinghausen. Kaum wieder auf freiem Fuß, nahm er seine Geschäfte erneut auf. Nach dem Weltkrieg entwickelte sich die Horten-Kette zum viertgrößten Warenhauskonzern in der Bundesrepublik hinter Karstadt, Hertie und Kaufhof. Aber anders als bei der Konkurrenz gehörte die Kette nur einem Einzelnen – Helmut Horten. Im November 1987 starb Horten und vermachte seiner Ehefrau Heidi sein gesamtes Vermögen. Heidi Horten kehrte mit ihrem ererbten Vermögen im Gepäck nach Wien und an den Wörthersee zurück.

Warum es in Österreich eine Vermögenssteuer geben soll, begründet der Autor dann so:

Die reichste Witwe des Landes soll über eine Vermögenssteuer den öffentlichen Haushalt bereichern, damit Geld für Sozialleistungen an jene jungen Frauen zur Verfügung steht, die nicht das Glück haben, einen vermögenden Mann an einer Bar kennenzulernen, sodaß sie sich und ihre Kinder mit prekären Arbeitsverhältnissen mehr schlecht als recht über Wasser halten müssen.