Daily Archives: Mai 2, 2012

Chur bekommt eine eigene Milch: Churer Milch vorgestellt

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(weitere Fotos folgen) Man reibt sich die Augen und wundert sich: Während im ganzen Land seit vielen Jahren die Bauern lautstark klagen, daß die Milchproduktion nichts mehr bringt, entsteht in Chur ein neuer Milchbetrieb mit eigener Milchproduktion.

Produziert wird die Milch auf dem Gutsbetrieb von Plankis.

Verkauft wird die Milch im eigenen Plankis-Laden und im Manor.

Die Produktion der Churer Milch konnte hautnah erlebt werden...

Die Produktion der Churer Milch konnte hautnah erlebt werden...

Wer Wert auf wirklich frische Milch legt, wird sie wohl kaum irgendwo frischer bekommen, außer er hat zufälligerweise einen Bauern als Nachbarn, wo er sich die Milch direkt „zapfen“ kann.

Denn: Die Plankis-Milch bzw. Churer Milch hat einen ausgesprochen kurzen Weg. Am Morgen wird die Milch abgefüllt und kommt am selben Tag in die Läden (3 Mal in der Woche wird die frische Milch geliefert).

Und obwohl es sich bei dieser Milch um Biomilch handelt, ist sie erschwinglich bzw. mehr noch: In Anbetracht der guten Qualität ist sie sogar mit 1,55 Fr. außerordentlich günstig. Den Milchdrink gibt es sogar für 1,50 Fr. bei Manor.

Wie ist dies möglich? Schließlich jammern im ganzen Land lautstark die Bauern, daß sie mehr Subventionen bräuchten, weil der Milchpreis so niedrig sei und sie mit der Milchproduktion kein Geld mehr verdienen würden.

Auf Nachfrage erläutert dies Geschäftsleiter Beda Gujan:

Zwei Tage vor der Präsentation der Eigenproduktion der Churer Milch habe man noch ein Schreiben erhalten, daß gegenwärtig zwei Rappen pro Liter weniger bezahlt werden würden, für Milch, welche man liefert.

Mit der Churer Milch gehe man auch betriebswirtschaftlich einen neuen Weg. Raus aus der Abhängigkeit der Milchproduktion. Keine Abhängigkeit vom diktierten Milchpreis. Durch die Eigenproduktion kann man Preis selbst bestimmen, und ist nicht abhängig. Zudem können Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der Geschäftsleiter erläutert weiter:

Hier ist lokale Arbeit. Lokales Abfüllen = Wertschöpfung durch Arbeit gewonnen. Milchmarkt ist umkämpft, doch die Churer Milch hebt sich durch die hohe Qualität ab. Um preisgünstig arbeiten zu können, sind vor allem Mengen entscheident: Tiefer Preis, dafür hohe Mengen.

Marktpreis richtet sich nach der Nachfrage. Wertschöpfung bleibt beim Plankis. Darum lohnt es sich, anstatt zu Großmilchbetrieben.

Anstatt die Milch also an weitere Verarbeiter zu liefern, behalte man die gesamte Wertschöpfung nun bei sich.

Dies habe verschiedene positive Effekte.

Die Milchproduktion lohnt sich. Man ist nicht der Preiswillkür von Dritten ausgesetzt. Die Churer Milch ist ökologisch sinnvoll, weil die Milch nicht durchs halbe Land gekarrt werde, sondern ausgesprochen kurze Transportwege habe. Die neue Milch hat darüberhinaus eine ausgesprochen gute Qualität. Von Anfang an wurde bei der Entwicklung des neuen Produkts auf Qualität gesetzt.

So ist die Haltbarkeit geringer als 3 Wochen, was zuerst nachteilig erscheint. Doch man setzt bei der Produktion nicht auf möglichst lange Haltbarkeit, sondern auf Frische, was doch ansprechend klingt. („normale“ Milch hat drei Wochen Haltbarkeit)

Und: Plankis wär nicht Plankis, wenn das neue Produkt nicht auch den Hauptzweck der Hosangschen Stiftung fördern würde. Arbeitsplätze für Behinderte.

Die Wertschöfpung bleibt somit im mehrfachen Sinne im Plankis-Betrieb: Produktion, Verarbeitung, Absatz.

Peter Guani geschäftsleiter

Gutsbetrieb wird Milch produziert , strategische Neuausrichtung
Lokales Produkt, ökologisch sinnvoll wegen kurzen Tranportwegen:

Die Verpackung der Churermilch wurde „Cosi Tscholl-Marketing“ entworfen. Bei der Präsentation der Churer Milch war denn auch ein Vertreter dieser Firma vor Ort, allerdings hat man dazu nichts erfahren, denn diesem kam nicht ein einziges Wort über die Lippen.

Dagegen erläuterte der Geschäftsleiter von Plankis zur Marketingstrategie, daß man auf dem Churer Bus Reklame machen werde. Denn die Werbung auf dem Stadtbus Chur entspricht dem Verkaufsgebiet. In diesem Bereich soll die Milch voraussichlich abgesetzt werden, hier ist die Zielgruppe.

Das Ziel sei, 200.000 Pastmilch im Jahr verkaufen. Hierbei sei der Großverteiler Manor als Handelpartner sehr wichtig, erläuterte der sympathische Betriebsleiter weiter.

Hitnergrund: Die hosangsche Stiftung Plankis

Das Vermächtnis von Johann Peter Hosang begründete 1845 das eigentlich soziale Wirken in Graubünden.

Die hosangsche Stiftung Plankis wahrt das Vermächtniß von Johann Peter Hosang

Die hosangsche Stiftung Plankis wahrt das "Vermächtniß von Johann Peter Hosang"

Die hosangsche Stiftung ist heute noch eine Institution, die aus dem Bündner Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten und Wohnformen für Menschen mit Behinderung nicht wegzudenken ist.

Die Institution passt sich den Bedingungen laufend an, ist jedoch in bemerkenswerter Art den Ideen des Stifters treu geblieben.