
Wo war Boni-Ausschuß-Mitglied und UBS-Verwaltungsrat Peter Spuhler, als ihn die UBS brauchte? Er trat Ende 2008 schamvoll zurück. Jetzt weiß er anscheinend wieder, wie in Sache UBS verfahren werden muß.
” Die Sozialdemokraten verlangten für die Zustimmung zur «Lex UBS», wie sie den Staatsvertrag nennen, bisher ein Verbot von «überrissenen Boni», welche die Mitarbeiter zu kurzfristigem und risikoreichem Handeln bewegten.” berichtet die heutige Sonntagszeitung.
Und weiter: “FDP-Chef Fulvio Pelli hat der SP einen Fonds angeboten, in den Teile der Boni fließen und aus dem öffentliche Aufgaben finanziert werden sollen”.
Bei solch einer Debatte ist natürlich SVP-Wendehals Peter Spuhler nicht weit.
Der Ewig-Querulant in der SVP, der sich nicht nur öffentlich Widmer-Schlumpf starkmachte nach ihrem Komplott, sondern auch im Zuge des UBS-Bonus-Skandals ganz schnell aus dem Verwaltungsrat der UBS zurücktrat, erteilt der SVP jetzt öffentlich Ratschläge in Sachen UBS.
Dabei saß haargenau der gleiche Peter Spuhler, der jetzt öffentlich Ratschläge erteilt, als UBS-Verwaltungsrat ausgerechent in dem UBS-Ausschuß, der die Boni-Summen festlegte.
Heute schlägt man die Zeitung auf und muß sich die Augen reiben, denn man denkt wirklich, man liest nicht richtig:
Ausgerechnet genau dieser Peter Spuhler – kein Doppelgänger, nein genau derselbe Mann – erteilt nun öffentlich Ratschläge an seine Partei SVP, sie solle dem UBS-Vertrag mit den USA zustimmen. Wörtlich hört sich das dann so an: “Ich sehe die staatspolitische Problematik. Aber es droht massiver wirtschaftlicher Schaden.”
Die Sonntagszeitung schreibt:
“Damit könnte jener Flügel der SVP, der schon bei der Personenfreizügigkeit ausgeschert ist, auch jetzt ins Ja-Lager wechseln. Dies obwohl Strategiechef Christoph Blocher weiterhin «aus staatspolitischen Gründen» Widerstand gegen den Vertrag fordert.”
Reichen die Hans-Rudolf Merz-Seilschaften nicht? Reicht es nicht, daß in der Finma, die die widerrechtliche Datenherausgabe an die USA inszenierte, ein Ex-UBSler (Eugen Haltiner) die Fäden zog?
Muß man sich jetzt noch von Ex-Verwaltungsräten der UBS, die in einer peinlichen Aktion genau im Zuge des Niedergangs von ihrem Verwaltungsratsmandat ängstlich zurücktraten, diktieren lassen, wie in Sachen UBS und USA zu verfahren ist?
Es heißt, Peter Spuhler vertrete angeblich den Wirtschaftsflügel der SVP bzw. sogar, er sei (Sonntagszeitung) angeblich dessen “Anführer” in der SVP.
Wenn Spuhler so gute Lösungen für die UBS und anscheinend auch für die Schweiz (UBS-Staatsvertrag) hat, warum ist er ausgerechnet dann schamvoll von seinem Verwaltungsratsmandat zurückgetreten, als die UBS Ende 2008 in der tiefsten Krise steckte?
” Die Sozialdemokraten verlangten für die Zustimmung zur «Lex UBS», wie sie den Staatsvertrag nennen, bisher ein Verbot von «überrissenen Boni», welche die Mitarbeiter zu kurzfristigem und risikoreichem Handeln bewegten.”...